21.10.2020 13:18 |

Sanierungsplan steht

ATB-Spielberg-Rettung rückt in immer weitere Ferne

Das Kapitel Motorenproduktion bei ATB Spielberg neigt sich immer mehr dem Ende zu. Am Mittwoch nahmen die Gläubiger den Sanierungsplan für das insolvente Unternehmen an, die Verlagerung der Maschinen nach Polen und Serbien soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Kurzer Rückblick: Ende Juli verkündete ATB, das seit gut einem Jahrzehnt im Eigentum der chinesischen Wolong-Gruppe steht, das Aus für die Produktion in Spielberg - und somit auch für 360 von gut 400 Jobs. Nur wenige Tage darauf meldete die GmbH Insolvenz an. Im Zuge dieses Verfahrens kauften andere Firmen der ATB-Gruppe den gesamten Maschinenpark und transferien ihn nun in ausländische Werke - ein Vorgang, der große Kritik von Belegschaft, Gewerkschaft und SPÖ hervorruft.

Gläubiger nehmen Sanierungsplan an
Doch die Hoffnung auf eine Rettung der Produktion und damit der Arbeitsplätze (teilweise arbeiten ganze Familien im Werk) schwindet: Am Mittwoch haben die Gläubiger über den Sanierungsplan der ATB Spielberg GmbH abgestimmt und ihn mehrheitlich angenommen, er ist auch schon gerichtlich bestätigt, melden die Kreditschutzverbände KSV und AKV. Die Gläubiger erhalten 30 Prozent ihrer offenen Forderungen zurück. Anerkannt wurden Insolvenzforderungen in der Höhe von 16,8 Millionen Euro.

Der Widerstand der Belegschaft gegen die Schließung war und ist groß. So ist ein Großteil der Arbeitnehmer nicht freiwillig aus dem Dienstverhältnis aufgetreten, was zur Folge hat, dass bis zum Ende der Kündigungsfrist ATB ihre Löhne zahlen muss - in Summe etwa fünf Millionen Euro, so der AKV.  Wären sie ausgetreten, hätten die Mitarbeiter die Löhne vom staatlichen Insolvenz-Entgeldfonds erhalten.

Der Bereich Druckguss und Stanzen mit rund 100 Dienstnehmern ist laut AKV übrigens noch befristet bis Jahresende aufrecht.

Maschinepark-Verlagerung „plangemäß“
Abbau und Verlagerung der Anlagen verlaufen „plangemäß“, heißt es von ATB auf „Krone“-Anfrage. Bis Jahresende soll der Prozess abgeschlossen sein. Kolportiert werden ja immer wieder auch Verzögerungen und Probleme. In Spielberg sollen künftig noch Forschung, Entwicklung und Vertrieb von ATB verbleiben, vorerst mit etwa 40 Arbeitsplätze. 

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