Turnier in Shanghai

Melzer mit Paes überraschend im Doppelfinale

Sport
16.10.2010 20:18
Jürgen Melzer ist am Samstag mit seinem indischen Partner Leander Paes überraschend in das Doppelfinale des Shanghai-Turniers eingezogen. Das Duo setzte sich gegen die topgesetzten US-Zwillinge Bob und Mike Bryan glatt 7:5, 6:1 durch. Für Melzer war es der erste Erfolg gegen die Weltranglisten-Ersten. Im Endspiel am Sonntag bekommen es Melzer/Paes mit Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski aus Polen zu tun, die den Steirer Oliver Marach mit dessen polnischem Mitspieler Lukasz Kubot in drei Sätzen ausschalteten.

Im Einzel war für Melzer-Bezwinger Juan Monaco im Semifinale Endstation, der Argentinier war gegen den Schotten Andy Murray chancenlos und verlor 4:6, 1:6. Murrays Finalgegner am Sonntag ist Roger Federer, der Schweizer behielt gegen den Serben Novak Djokovic mit 7:5, 6:4 die Oberhand.

Im Viertelfinale an Monaco gescheitert
Der Erfolgslauf von Jürgen Melzer in Richtung Top Ten ist am Freitag im Viertelfinale des Masters-1000-Turniers in Shanghai gestoppt worden. Der 29-jährige Niederösterreicher, der am Donnerstag sensationell den Weltranglistenersten Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, unterlag am Freitag im mit 3,24 Millionen Dollar dotierten Event Monaco nach 2:49 Stunden mit 7:6(6), 5:7, 2:6.

Den Sieg über Nadal kann Melzer niemand mehr nehmen, doch die große Chance, sowohl in der Weltrangliste als auch im Hinblick auf eine weiterhin mögliche Qualifikation für das ATP-World-Tour-Finale in London wichtige Punkte zu machen, ist vorerst vergeben. Besonders viele Zähler kann er nur noch beim letzten Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy (ab 7. November) machen. Der ORF, der sich die Rechte für Shanghai bis inklusive Finale gesichert hat, wird dennoch auf ORF Sport plus am Samstag und Sonntag übertragen und auch das erwähnte Pariser Turnier zeigen.

"Es haben sehr wenige Punkte entschieden. Es war sehr knapp, vor allem im zweiten Satz", meinte Melzer, der natürlich auch enttäuscht war. "Der große Unterschied zu gestern war erstens, dass das Dach offen war und das hat es sehr viel langsamer gemacht, und ich habe leider nicht ganz die Energie aufbringen können, die ich gestern hatte."

Match begann nicht nach Wunsch
Das Match begann schon nicht nach Melzers Wunsch. Monaco, der in fünf Spielen davor vier Mal gegen Melzer erfolgreich gewesen war, gelang ein Break zum 3:1 und rasch stand es 4:1 für den Südamerikaner. Danach war es in den ersten beiden Sätzen eine emotionale Hochschaubahnfahrt für beide Spieler und deren Fans. Melzer schaffte in der Folge zwei Breaks und vier Games en suite zum 5:4. Monaco kämpfte sich aber zurück und war bei 6:5 nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt. Der Deutsch Wagramer konterte erneut und ging im Tiebreak mit 5:1 in Führung, schaffte die 1:0-Satz-Führung dann aber erst nach 62 Minuten mit dem 8:6.

Im Gegensatz zur Partie gegen Nadal lief es für Melzer an diesem Tag nicht so am Schnürchen, immer wieder schlichen sich auch Grundlinienfehler ein. Im zweiten Satz hatte Melzer bei 3:2 einen Breakball, geriet aber mit 3:5 in Rückstand. Der Weltranglisten-Zwölfte wehrte bei 4:5 zwei Satzbälle ab, ehe er das Rebreak zum 5:5 schaffte. "Dann habe ich das schlechteste Game im ganzen Match gespielt und verliere den Aufschlag, nachdem ich in den Satz zurückgekommen bin", sah Melzer hier die entscheidende Wende.

"Ich war ein bisschen müde"
Monaco glich letztlich nicht unverdient zum 1:1 in Sätzen aus. Ein müde wirkender Melzer ließ sich zum Teil weit hinter die Grundlinie drängen und sich mehr und mehr das Spiel des Gegners aufdrängen. Im dritten Satz fehlte dem French-Open-Semifinalisten dieses Jahres sichtlich einfach die Kraft, nach Breaks zum 1:2 und 1:4 war die Partie zugunsten Monacos entschieden. "Ich war ein bisschen müde", bestätigte Österreichs Nummer 1, dessen nächster Einzeleinsatz bei der BA-Trophy in Wien als Titelverteidiger ist. "Ich habe aber trotzdem, glaube ich, ansprechendes Tennis gespielt. Es war ein Match auf Biegen und Brechen, aber im Endeffekt habe ich es im zweiten Satz verloren."

Seine Stimmungslage nach dem Sieg über Nadal und der Niederlage am Tag darauf? "Klar ist man jetzt ein bisschen angefressen, weil man verloren hat und auch heute knapp dran war, ins Halbfinale einzuziehen. Aber die Nummer 1 der Welt zu schlagen ist etwas ganz Besonderes, das passiert einem nicht jeden Tag." Die Enttäuschung überwog freilich am Freitag.

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(Bild: KMM)



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