Disziplinarverfahren

Rabiatem Zahnarzt drohen berufliche Sanktionen

Jenen Mühlviertler Zahnarzt (54), der am Samstag in einer Bar in Aigen-Schlägl zwei Frauen (19, 20) körperlich attackiert, Polizisten verletzt und sie auch noch mit dem Umbringen bedroht haben soll, erwarten nun nicht nur strafrechtliche Konsequenzen. Auch berufliche Sanktionen - bis hin zum Entzug der Berufsausübung - sind möglich.

Sexuelle Belästigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, gefährliche Drohung, Körperverletzung und schwere Körperverletzung gegen Beamte - die Liste der strafrechtlich relevanten Delikte, die einem Zahnarzt aus dem Bezirk Rohrbach vorgeworfen wird, ist lang. Dem 54-Jährigen droht aber nicht nur eine gerichtliche Verurteilung. Seine Taten könnten auch berufliche Auswirkungen nach sich ziehen.

Verhaltenskodex
„Dieser Fall wird dem Anwalt der Disziplinarkommission in der Österreichischen Zahnärztekammer vorgelegt, hier können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, bestätigt Medizinalrat Günter Gottfried, Präsident der OÖ-Zahnärztekammer. Er betont, dass Zahnärzte - so wie auch Allgemeinmediziner - einem Verhaltenskodex unterliegen. Unter anderem dürfen sie in der Öffentlichkeit nicht unangenehm auffallen und den Ruf ihrer Berufsgruppe in Misskredit bringen. Zahnärzte sollten vielmehr Vorbilder innerhalb der Bevölkerung sein.

Palette an Konsequenzen
„Wir kennen die Hintergründe in dem Fall noch nicht, doch ein Verhalten, wie hier im Raum steht, geht überhaupt nicht. Als Zahnarzt muss man sich schon im Griff haben“, sagt Gottfried.
Im Fall einer Verurteilung durch die Disziplinarkommission würde die Palette an Konsequenzen von Geldstrafen bis hin zu einem Entzug der Berufsausübung reichen.

Jürgen Pachner/Kronen Zeitung

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