09.10.2020 07:12 |

„Unannehmbare“ Lage

Tom Cruise: Kritik an Dreh in Corona-Spital in Rom

Die Dreharbeiten für „Mission Impossible 7“ in Rom mit Tom Cruise sorgen auch abseits der Tatsache, dass wieder große Blockbuster gedreht werden, für Aufsehen. Denn: Vier Tage lange werden Szenen in dem ersten Stockwerk des Krankenhauses Policlinico Umberto I gefilmt, in dem zurzeit unter anderem 150 Covid-Patienten behandelt werden, zwölf davon auf der Intensivstation. Dies löste nicht nur den Protest der Gewerkschaften des im Krankenhaus beschäftigten Gesundheitspersonals aus.

Noch unklar ist, warum die Szenen mit Tom Cruise in der Rolle des Agenten Ethan Hunt im Krankenhaus gedreht werden. Ein großer Salon im ersten Stockwerk, wo die Generalleitung des Spitals untergebracht ist, wurde in ein Filmset umgewandelt. Statisten, Aufseher und Mitglieder der Produktion gehen im Krankenhaus ein und aus. Die Gewerkschaften beklagten chaotische Zustände.

„Mitarbeiter der Filmproduktion standen inmitten der Tragbahren der Covid-Patienten“, kritisierte ein Gewerkschaftssprecher laut der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. Die Lage sei „unannehmbar“, vor allem angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen in Rom.

Auch auf Twitter wurde bereits Kritik an dem Dreh von Cruise laut. So fragten sich Fans des Schauspielers, wie es sein könne, dass die italienische Regierung seine Bürger einerseits zwinge, auch im Freien Masken zu tragen, aber gleichzeitig einem Filmteam erlaube, in dem Spital zu drehen, in dem Corona-Patienten behandelt werden.

Nach Norwegen dreht Cruise nun in Italien
Seit Dienstag laufen die Dreharbeiten für den Actionfilm des Regisseurs Christopher McQuarrie. Am Dienstag raste bei seinem Dreh eine dunkle Limousine mit quietschenden Reifen über die Kopfsteinpflaster-Gassen im römischen Viertel Monti. Auch am Mittwoch und Donnerstag wurden Teile der Innenstadt zeitweise für sein Filmteam gesperrt. Aufnahmen gab es auch in der Nähe des Kolosseums.

Bei den Dreharbeiten hielt sich die Produktion streng an die Covid-Vorsichtsmaßnahmen. Auch Cruise unterzog sich einem Coronavirus-Test im Krankenhaus Umberto I.

Aus 180 Personen besteht McQuarries Team, das sieben Wochen lang in Italien drehen wird, unter anderem auch in Venedig. 1000 Statisten sollen eingesetzt werden. Auf 35 Millionen Euro wurden die Produktionskosten in Italien beziffert. Zuvor drehte Cruise in Norwegen - und stürzte sich dort unter anderem mit dem Motorrad von 1249 Metern in die Tiefe.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 28. Oktober 2020
Wetter Symbol