08.10.2010 11:48 |

Früh übt sich

8 von 10 Babys haben "digitalen Fingerabdruck"

Sieben Prozent aller Babys haben bereits eine eigene E-Mail-Adresse, fünf Prozent sogar ihr eigenes Netzwerk-Profil. Das aktuelle Einstiegsalter in die Online-Welt liegt laut einer Studie des Sicherheitsanbieters AVG bei sechs Monaten. An den Folgen dieser frühzeitigen "digitalen Geburt" leiden die Neugeboren mitunter jedoch ihr ganzes Leben, warnt das Unternehmen.

Für seine Studie befragte das Unternehmen junge Mütter in den USA, Kanada, England, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Austalien und Japan. Das überraschende Ergebnis: 81 Prozent aller Kinder unter zwei Jahren haben bereits einen "digitalen Fußabdruck" im Internet hinterlassen (USA: 92 Prozent, Europa: 73 Prozent).

Der Studie zufolge liegt das Durchschnittsalter für die digitale Geburt bei sechs Monaten, wenn ein Drittel der Eltern die ersten Bilder der Babys und Informationen im Netz veröffentlicht. Für 23 Prozent aller Kinder beginnt das digitale Leben sogar noch vor Geburt mit dem Upload ihres Ultraschallbildes durch die Eltern. Sieben Prozent der Kleinkinder können zudem bereits eine eigene E-Mail-Adresse vorweisen, fünf Prozent verfügen sogar über ein Profil auf Facebook und Co.

Geltungsdrang und Gruppenzwang
Befragt nach den Gründen der Veröffentlichung von Babyfotos und Ähnlichem im Internet, gaben 70 Prozent aller Mütter an, dass sie die Inhalte mit Freunden und Familie teilen wollen. Über ein Fünftel (22 Prozent) der US-Mütter gab an, dadurch das eigene Profil mit mehr Inhalten befüllen zu können, weitere 18 Prozent räumten ein, es schlichtweg befreundeten Eltern gleichtun zu wollen.

Wirklich besorgt darüber, dass Informationen ihrer Kinder von klein auf durchs Internet schwirren, zeigten sich die Eltern allerdings nicht. Auf einer Skala von eins (wenig besorgt) bis fünf (sehr besorgt) ordnete sich die Mehrheit der Mütter bei 3,5 ein. Am besorgtesten zeigten sich die Spanierinnen mit 3,9, am wenigsten besorgt waren die Kanadierinnen mit 3,1.

"Es schockiert mich, dass ein heute 30-Jähriger einen digitalen Fußabdruck hat, der zehn bis fünfzehn Jahre zurückreicht, die Mehrheit der Kinder jedoch bereits im Alter von zwei Jahren ihre eigene Web-Präsenz hat – eine Präsenz, die sich über die ganze Lebensspanne hinweg ausbaut", sagte AVG-Chef JR Smith.

"Digitaler Fußabdruck begleitet Kinder bis ans Lebensende"
Er habe Verständnis dafür, dass stolze Eltern Bilder mit Freunden und Familie teilen wollten, zwei Dinge sollten dabei laut Smith jedoch nicht außer Acht gelassen werden: "Erstens, dass der digitale Fußabdruck die Kinder bis ans Ende ihres Lebens begleitet und Eltern daher gut überlegen sollten, wie das digitale Leben ihrer Kleinen beginnen soll."

"Und zweitens", so Smith, "sollten Eltern wissen, welche Sicherheitseinstellungen sie in sozialen Netzwerken und bei anderen Profilen verwenden. Andernfalls könnte es passieren, dass Bilder und andere Informationen nicht nur mit der Familie, sondern mit der gesamten Online-Welt geteilt werden."

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