10.09.2020 06:01 |

Integrationsbericht

Mehr Wiener, aber der Österreicher-Anteil sinkt

Großer Handlungsbedarf besteht in Wien bei der Integration: Der jüngste Bericht eines unabhängigen Expertenrates macht das einmal mehr deutlich. Hauptgrund ist, dass sich die Bevölkerungsstruktur stark verändert hat. 589.000 Einwohner haben keine österreichische Staatsbürgerschaft - 70,2 Prozent mehr als 2010!

Der Ausländer-Anteil in Wien liegt damit bei 30,8 Prozent und ist laut dem Integrationsbericht fast doppelt so hoch wie im Österreich-Schnitt (16,7 Prozent). Fast die Hälfte der Bevölkerung in der Bundeshauptstadt hat einen Migrationshintergrund (45,9 Prozent). Österreichweit sind es mit 23,7 Prozent nur rund die Hälfte davon.

Diese Entwicklung wirkt sich auch auf das Bildungssystem aus: Im Schuljahr 2018/2019 hatten an Wiener Schulen bereits mehr als die Hälfte der Kinder (52,2 Prozent) eine nicht deutsche Umgangssprache. Bundesweit liegt der Anteil bei 26,4 Prozent. 71.400 Schüler in Wien hatten zudem eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Auswirkungen auf Mindestsicherung
Auswirkungen gibt es auch bei der Mindestsicherung. Rund 60 Prozent aller heimischen Bezieher leben in Wien. Im Jahr 2019 waren das rund 135.700 Bezieher - mehr als die Hälfte (55 Prozent) hatten keine österreichische Staatsbürgerschaft. Ein weiteres Detail springt bei der Betrachtung der Mindestsicherung ins Auge: Bei 37 Prozent der Bezieher in Wien handelte es sich um Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte. Am stärksten darunter vertreten waren Syrer (21.200), Afghanen (10.800) und Russen (6800, unter ihnen auch viele Tschetschenen).

13 Prozent beurteilen Integration als „sehr schlecht“ 
Von allen Bundesländern schätzen die Wiener mit rund 13 Prozent der Befragten das Funktionieren der Integration am häufigsten mit „sehr schlecht“ ein. Weitere 33 Prozent empfinden es als „eher schlecht“. Für die künftige Stadtregierung gibt es damit einiges zu tun!

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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