05.09.2020 11:24 |

Explosionskatastrophe

Lebenszeichen werden schwächer: Hoffnung schwindet

Seit Tagen hofft und bangt die libanesische Bevölkerung - und Rettungsteams graben sich auf die Suche nach möglichen Überlebenden durch die Trümmer eines bei der verheerenden Explosion in Beirut Anfang August teilweise eingestürzten Hauses. Zuvor waren mögliche Lebenszeichen geortet worden. Doch nun schwindet die Hoffnung, doch noch einen Verschütteten zu finden.

Am Freitagnachmittag hat man laut einem libanesischen Ingenieur, der an der Suchaktion beteiligt ist, nichts mehr gehört. Die Arbeiten wurden dann bis Samstag unterbrochen, um dann zu einer weiteren Trümmerschicht vorzudringen. Das chilenische Rettungsteam habe 48 Stunden am Stück gearbeitet, sagte Riad al-Assad. „Wir sind alle todmüde und brauchen eine Pause.“

Am Samstagvormittag habe das Team „Topos“ (Maulwürfe) mit seinen Ortungsgeräten dann erneut ein Atemsignal wahrgenommen, erklärte Al-Assad. Laut dem Leiter der chilenischen Retter, Francisco Lermanda, will das Team versuchen, über drei Tunnel an die verschüttete Person zu kommen.

„Wir hoffen auf ein Wunder“
Aufnahmen eines Laserscanners von zwei verschütteten Räumen hatten am Freitag die Hoffnung gedämpft, nach dieser langen Zeit tatsächlich noch einen Überlebenden zu finden. „Alles, was wir sehen können, ist Schutt“, sagte ein Experte dem libanesischen Sender LBCI. „Wenn jemand hier wäre, dann wäre das ziemlich klar.“ Es handle sich dabei aber nur um ein vorläufiges Ergebnis.

„Wir hoffen auf ein Wunder“, sagte eine Frau, die in der Nachbarschaft lebt und die Rettungsarbeiten verfolgte. Journalisten und andere Beobachter wurden am Freitag mehrfach gebeten, ihre Mobiltelefone auszuschalten, damit ein Ortungsgerät des chilenischen Rettungsteams nicht gestört wird.

Schweigeminute für Opfer der Katastrophe
Am Abend gedachte die Stadt mit einer Schweigeminute und Mahnwache der Opfer der Katastrophe. Viele Menschen hielten um 18.07 Ortszeit (17.07 MESZ) - dem Zeitpunkt der Detonation - für eine Minute inne. Autos stoppten. Im Hafen gaben Soldaten der Armee Salutschüsse ab. Geistliche verschiedener Religionen des multikonfessionellen Landes beteten im Beisein von Angehörigen für die Opfer. Glocken läuteten.

Sieben Menschen noch vermisst
Bei der Explosionskatastrophe am 4. August waren mindestens 190 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 6000 verletzt worden. Der Hafen und große Teile der umliegenden Wohngebiete wurden massiv zerstört. Noch immer werden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sieben Menschen vermisst.

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