30.08.2020 06:30 |

Urlaub zuhause

Dickes Plus für die steirischen Badeseen

Wegen Corona verging heuer vielen Steirern die Lust auf das Meer. Grundl-, Stubenberg-, Sulmsee und Co. sind deshalb beliebt wie nie zuvor, zahlreiche Betreiber freuen sich über ein sattes Plus in den Kassen. Die „Krone“ hat recherchiert, wem die klaren Gewässer gehören.

Statt ans Meer zieht es aktuell viele Steirer an die vielen schönen Seen im Lande. In der heurigen Saison sind freie Badeplätze steiermarkweit besonders gefragt, für die Besitzer der Gewässer steigt damit auch deren wirtschaftliche Bedeutung.

Das Wasser glasklar, die Umgebung nicht minder erhellend: Umringt von Ressen, Hundskogel und Backenstein zieht der Grundl-see als größter steirischer See alljährlich Tausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Sechs frei und kostenlos zugängliche Naturbadeplätze stellen hier die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) als Eigentümer dieses einzigartigen Naturjuwels zur Verfügung. „Wir betreiben hier auch eine eigene Fischerei. Nach jahrhundertealter Tradition wird etwa der typische Ausseer Seesaibling gefischt und in der Region beziehungsweise an die gehobene Gastronomie verkauft“, weiß Sprecherin Andrea Kaltenegger.

Dennoch wäre - vor allem im Vergleich mit den ganz großen ÖBf-Binnengewässern wie Attersee und Wörthersee in Oberösterreich und Kärnten - die wirtschaftliche Bedeutung der steirischen Bundesforste-Gewässer „eher gering“. Mehr als zufrieden bilanziert Alexander Allmer, Bürgermeister von Stubenberg am See, nach dem heurigen Ausnahmesommer: „Neben dem Tierpark ist der See ganz klar der entscheidende Motor für unsere Region“, sagt der oststeirische Ortschef. Mit den Besitzverhältnissen verhält es sich hier hier ein wenig komplexer: „Zwei Drittel der Wasserfläche gehören der Familie Herberstein, ein Drittel der Kommune.“

Umsatzsteigerung von zumindest 20 Prozent
Durchschnittlich 100.000 Eintritte zählte man zuletzt pro Badesaison am Stubenbergsee mit seiner acht Hektar großen Liegefläche, heuer zeichnet sich ein Plus von 20 Prozent ab: „Nachdem die Gemeinde den See bewirtschaftet, fließen auch die Einnahmen an uns“, erklärt Allmer.

Viele Camping-Urlauber als Bade-Gäste
Im südsteirischen Leibnitz ist vor allem der Sulmsee ein gernbesuchter Erholungsort an heißen Sommertagen. Dass heuer überdurchschnittlich viele Camper überdurchschnittlich lange in der Region blieben, freut den langjährigen Pächter des Gewässers, Franz Prasser: „Der See gehört dem Schloss Seggau, wir leben in gutem Einvernehmen seit 29 Jahren miteinander. Gäste, die bislang oft nur für eine Nacht auf der Durchreise nach Kroatien bei uns stehen geblieben sind, haben heuer ihren Haupturlaub am Sulmsee verbracht, das ist sehr schön“, sagt Prasser.

Sogar kältere Seen heuer gern besucht
Auch an den Ufern von Gewässern mit vergleichsweise bescheidenen Temperaturen registrierte man in der jetzt zu Ende gehenden Saison mehr Badegäste als sonst: „Wir verzeichnen definitiv ein Plus“, heißt es etwa vom Leopoldsteinersee in Eisenerz, der im Besitz der Forstverwaltung Hohenberg steht.

Den Sprung ins kühle Nass wagten heuer auch mehr Leute auf der Pack an der Landesgrenze zu Kärnten: „Bei unserem Stausee spiegelt sich ein größerer Zustrom leider auch gleich am Parkplatz-Problem wieder“, erzählt Bürgermeister Johann Schmid.

Vom Abgangsposten zur Einnahmequelle
Dort, wo der Corona-Sommer das Finanz-Blatt das erste Mal gewendet hat, ist die Freude naturgemäß besonders groß: „Der rege Zustrom und die erfolgreiche Verpachtung haben dafür gesorgt, dass unser See nun kein Abgangsposten mehr ist – so kann es ruhig weiter gehen“, ist Helmut Walch, Bürgermeister von Wildon, zufrieden.

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