17.08.2020 10:56 |

Sperre nur bei „Rot“

Schul-Devise: Offen halten, so lange wie möglich

In drei Wochen beginnt in Ostösterreich das neue Schuljahr. Und es wird ein Corona-bedingt höchst ungewöhnliches, das steht schon vor dem Start fest. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) gab am Montag erste detaillierte Einblicke in die Pläne der Regierung und war vor allem um Beruhigung bemüht: So viel Normalität wie möglich will man den Schülern, Eltern und Lehrern bieten, freilich unter besonderen Vorzeichen. Das Motto: offen halten, so lange wie möglich.

„Ich will ab Herbst einen normalen Regelbetrieb an den Schulen“, so Faßmann. „Ich will aber auch, dass sie in einer sicheren Umgebung unterrichtet werden, und das gilt selbstverständlich auch für die Lehrenden.“ Faßmann versprach einen Start in allen Schulstufen „ohne generellen Schichtbetrieb und ohne halbe Klassen“, darauf könnten sich die Eltern verlassen. Er kündigte einen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden verfassten „Elternbrief“ an, den die Eltern rechtzeitig vor Schulstart erhalten sollen.

Lüften, Unterricht im Freien, Masken, Klassengemeinschaft stärken
Die Schulen sah Faßmann in hygienischer Hinsicht gut gerüstet. Auch hier solle noch detaillierte Information an die Verantwortlichen folgen, etwa wie die Eingangs- und Pausenbereiche zu gestalten sind. Vier Maßnahmen stellte Faßmann in den Vordergrund: lüften (alle 20 Minuten für fünf Minuten), Unterricht im Freien (so viel wie möglich, nicht nur Sport), Mund-Nasen-Schutz (als freiwillige Vorsichtsmaßnahme im Eingangs- und Gangbereich) sowie die Stärkung von Klassengemeinschaften, auch um eine Durchmischung über Klassengrenzen hinweg hintanzustellen.

Schon am Sonntag hatte Faßmann in der „ZiB 2“ den Fahrplan in groben Zügen umrissen. Auch dabei stellte er die Hygienemaßnahmen in den Vordergrund, beim Konfliktthema Maskenpflicht stieg der Minister auf die Bremse: Die - ebenfalls im September anlaufende - Corona-Ampel gebe das Tempo vor, ab der Stufe Gelb solle eine Maskenpflicht in Bereichen gelten, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, etwa am Eingang. Die Klassenzimmer selbst seien nicht betroffen.

Erst bei „roter“ Ampel kommt flächendeckender Heimunterricht
Ein erneutes Umstellen auf Heimunterricht bei regionaler Zunahme an Covid-19-Infektionen werde es erst ab der Ampelfarbe Rot geben, so Faßmann am Montag. Für Schüler der Sekundarstufe II, also ab rund 14 Jahren, kann Distance-Learning schon früher (Stufe Orange) wieder Realität werden: Hier sollen die Schulen autonom entscheiden können, Schülergruppen in „flexiblen“ Heimunterricht zu schicken. Kleinere Gruppen sollen hier weiterhin an den Schulen unterrichtet werden. Bei Schülern der unteren Stufen sollen bei oranger Ampel etwa Schulveranstaltungen entfallen.

Systematische großflächige Gurgeltests
Alle drei Wochen sollen im Rahmen eines Monitorings in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten 15.000 Schüler und 1200 Lehrer an 250 Schulen über ganz Österreich verteilt getestet werden. Bei der Probennahme wird die Gurgelmethode zum Einsatz kommen. Faßmann kündigte außerdem eine eigene Corona-Hotline unter der Nummer 0800 21 65 95 an.

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