„Helfen rettet Leben“

So verwendet man einen Defibrillator richtig

Niederösterreich
12.01.2026 09:15

Ein Mann liegt regungslos am Boden, er braucht dringend Hilfe. Jemand holt einen Defibrillator. Doch was ist nun zu tun? Die Unsicherheit im Umgang mit dem lebensrettenden Gerät ist groß. Doch die Handhabung ist nicht schwer, wie Expertin Georgia Praska vom Roten Kreuz erklärt.

Viele Menschen gehen täglich an Defibrillatoren vorbei, ohne ihnen Beachtung zu schenken. Denn diese hängen mittlerweile in Bahnhöfen, Schulen oder Einkaufszentren – sichtbar, aber doch fern. Die meisten mussten ein solches Gerät noch nie benutzen. Genau das macht den Ernstfall so beängstigend: die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei sind moderne Defibrillatoren dafür gebaut, Laien zu helfen. 

Doch der Reihe nach. Bevor ein Defi überhaupt gebraucht wird, sind grundlegende Maßnahmen zu treffen. Wenn jemand leblos am Boden liegt, muss zuerst ein Notfallcheck durchgeführt werden. „Wir überprüfen dabei das Bewusstsein und machen eine Atemkontrolle“, erklärt Erste-Hilfe-Expertin Georgia Praska für die „Krone NÖ“-Serie „Helfen rettet Leben“.

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Das Gerät sagt Schritt für Schritt an, was zu tun ist. Einfach zuhören und die Anweisungen befolgen. Davor braucht man keine Angst zu haben.

Georgia Praska, Rotes Kreuz

Sofort handeln
Ist die Atemkontrolle negativ, wird sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen. Dabei positioniert man seinen Oberkörper über dem Betroffenen. „Wir legen beide Hände auf die Mitte des Brustkorbs und drücken schnell und kräftig, etwa im Takt zum Lied ,Stayin‘ alive‘“, so Praska.  

Geübte Ersthelfer können auf 30 Herzdruckmassagen zwei Beatmungen folgen lassen. „Wenn du dir unsicher bei den Beatmungen bist, dann führe bitte durchgehend eine Herzdruckmassage durch“, erklärt Praska. 

Georgia Praska (re.) erklärt, wie man den Defibrillator richtig verwendet.
Georgia Praska (re.) erklärt, wie man den Defibrillator richtig verwendet.(Bild: Attila Molnar)
Ein Defibrillator ist so gebaut, dass ihn Laien problemlos nutzen können.
Ein Defibrillator ist so gebaut, dass ihn Laien problemlos nutzen können.(Bild: Attila Molnar)

Je früher der Notruf abgesetzt wird, umso besser. Dadurch ist nicht nur die Rettung schneller vor Ort, man bekommt auch wichtige Erste-Hilfe-Tipps und wird durch die Maßnahmen telefonisch geleitet. „Das unterstützt und nimmt zusätzlich die Unsicherheit, etwas falsch zu machen“, so Praska. Aktiviert man den Lautsprecher des Handys, hat man auch beide Hände frei.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
Gibt es einen zweiten Ersthelfer in der Nähe, dann soll dieser einen Erste-Hilfe-Koffer und einen Defibrillator holen – die Leitstelle informiert über den nächsten Standort eines Geräts. Eine Person führt weiterhin die Herzdruckmassage durch, die andere öffnet den Defibrillator. „Er sagt Schritt für Schritt an, was zu tun ist. Einfach zuhören und die Anweisungen befolgen“, weiß Praska. Dazu zählt etwa das Entfernen der Oberkörperkleidung und das korrekte Anbringen der Elektroden, das auch visuell abgebildet ist.

Kein Ersatz für Herzdruckmassage
Wichtig: Der Defibrillator, der einen kurzen Stromstoß mit hoher Energie abgibt, um das Herz „neu zu starten“, ersetzt keine Herzdruckmassage, seine Verwendung trägt aber zu einer höheren Überlebenschance des Betroffenen bei. Der Defi sagt dann genau an, wann Massagen durchzuführen sind oder wann die Hände zu entfernen sind, weil ein Stromstoß abgegeben wird.

„Die Herzdruckmassage wird dann so lange durchgeführt, bis der Rettungsdienst eintrifft oder man sich mit einer zweiten Person abwechseln kann“, so Praska.

Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen kannst, außer nichts zu tun“, ergänzt Harald Radschopf, Erste-Hilfe-Experte des Samariterbunds.

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