Während 2025 österreichweit das dritte Rekordpleitenjahr in Folge brachte, geben in der Steiermark einzelne Werte Anlass zur Hoffnung: Es wurden weniger Firmeninsolvenzen eröffnet, auch die Zahl der Privatkonkurse geht wider Erwarten zurück. Wirtschaftlich über den Berg ist man aber noch lange nicht.
Denn der Teufel steckt im Detail: Ja, mit 497 eröffneten Firmeninsolvenzen wurde 2025 in der Steiermark ein Rückgang von immerhin 5,5 Prozent verzeichnet. In ganz Österreich sorgte ein Plus von 0,7 Prozent für den dritten traurigen Jahresrekord in Folge. Gleichzeitig nahm aber die Zahl der mangels Kostendeckung verweigerten Insolvenzen in der Steiermark massiv zu: Die 268 Abweisungsbeschlüsse bedeuten ein bedenkliches Plus von 27 Prozent. In Summe – Eröffnungen und Abweisungen zusammengenommen – kam es also zu 765 Firmeninsolvenzen. Das sind noch einmal 3,8 Prozent mehr als im Jahr 2024, in dem bereits ein neuer Rekord verzeichnet wurde.
Ein Jahr ohne Milliardeninsolvenz
Sieht man sich die Passiva, also die Überschuldung der betroffenen Betriebe, an, ist österreichweit eine Halbierung festzustellen, in der Steiermark rasselte der Wert gar auf ein Zehntel der Vorjahressumme herunter. Der Grund dafür ist schnell erklärt: 2025 gab es keine Milliardenpleiten. Während die Fisker GmbH ein Jahr davor mit 3,78 Milliarden Euro für den Mammutanteil der insgesamt 4,19 Milliarden an steirischen Passiva verantwortlich war, werden für 2025 insgesamt 416 Millionen Euro ausgewiesen.
Zwei Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in die Pleite gerutscht
Am stärksten in der Kreide stand die Brucker Heidenbauer-Gruppe mit knapp 63 Millionen Euro, aufgeteilt auf vier insolvente Firmen (Aluminium, Edelstahl, Stahl und Tragwerk sowie Dach/Wand). Die Insolvenz des IKJF-Instituts für Kinder, Jugend und Familien betraf mit 135 die meisten Dienstnehmer, auch bei der Grazer Cashback-Firma myWorld International AG war mit 116 eine dreistellige Zahl an Mitarbeitern betroffen.
Eine leichte Entspannung brachte das abgelaufene Jahr unerwarteterweise bei den Privatinsolvenzen: Trotz weiter gestiegener Arbeitslosenzahlen ging deren Zahl um sechs Prozent auf 949 Fälle zurück. Im Durchschnitt sind die Betroffenen mit 125.000 Euro verschuldet, Woche für Woche werden in der Steiermark im Schnitt 18 Privatkonkurse eröffnet.
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