15.07.2020 06:03 |

Wirkt stärker als CO2

Neue Höchstwerte beim Treibhausgas Methan

Der jährliche Ausstoß des Treibhausgases Methan hat weltweit einen neuen Höchststand erreicht: 2017 (aktuellere Zahlen gibt es noch nicht) gelangten neuesten Hochrechnungen zufolge knapp 600 Millionen Tonnen des Gases in die Atmosphäre der Erde, mehr als die Hälfte davon durch Aktivitäten des Menschen. Gegenüber dem jährlichen Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2006 hat sich der jährliche Ausstoß um rund neun Prozent erhöht.

Über einen Zeitraum von 100 Jahren hat Methan eine 28-mal stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid (CO2), über 20 Jahre gerechnet ist die Wirkung sogar 86-mal stärker. „Methan ist jetzt für 23 Prozent der globalen Erwärmung aufgrund von Treibhausgasen verantwortlich“, sagt Pep Canadell vom CSIRO, der australischen Behörde für wissenschaftliche und industrielle Forschung in Canberra.

Fossile Brennstoffe, Deponien, Viehzucht
Während die Methanemissionen aus natürlichen Quellen wie Feuchtgebieten und Vulkanen im untersuchten Zeitraum nahezu gleichgeblieben sind, hat sich der Ausstoß durch menschliche Aktivitäten stark erhöht. Drei Weltregionen verzeichneten einen besonders starken Anstieg beim Methanausstoß: Afrika/Naher Osten, China/Südasien sowie Ozeanien, wozu auch Australien gehört. Haupttreiber sind den Computermodellen und Berechnungen zufolge vor allem die Viehzucht und die Verwendung fossiler Brennstoffe.

Ausstoß nur in Europa leicht gesunken
Europa ist die einzige Weltregion, deren Methanausstoß 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum (2000 bis 2006) leicht gesunken ist. Hier haben Richtlinien und ein besseres Management die Emissionen des Gases aus Deponien, Gülle und anderen Quellen reduziert. Hinzu komme, dass die Europäer mittlerweile auch weniger Rindfleisch essen, so die Forscher.

Corona-Lockdowns bringen kaum Änderungen
Die gute Nachricht: Weil Methan in der Atmosphäre sehr viel schneller abgebaut wird als CO2, könnte eine Verringerung des menschengemachten Methanausstoßes schnell Wirkung zeigen. Die kurzfristige Reduktion von Treibhausgasen im Zuge der Lockdowns wegen der Coronakrise wird auf die Methanemissionen aber kaum Einfluss haben.

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