09.07.2020 13:15 |

Tennis

Als es in Zell am See um 300.000 Dollar ging

Beim Tennis-Einladungsturnier „Thiem’s 7“ in Kitzbühel werden in dieser Woche 300.000 Euro Preisgeld ausgespielt. Ein stolzer Betrag. Doch vor 38 Jahren, im Juli 1982, kämpfte die Weltelite auf der Anlage des TC Zell am See um 300.000 Dollar. Eine unfassbare Summe für die damalige Zeit.

Die Corona-Zwangspause auf der Tennis-ATP-Tour wird derzeit mit zahlreichen Einladungsturnieren überbrückt. Wie aktuell beim „Thiem’s 7“ in Kitzbühel. Wo Österreichs Tennis-Hero Dominic Thiem ein hochkarätiges Feld zusammengestellt hat – und 300.000 Euro Preisgeld dafür aufstellte.

Zuvor schon drei ATP-Turniere
Umso erstaunlicher, dass es schon vor 38 Jahren im knapp 60 Kilometer von Kitzbühel entfernten Zell am See bei einem Tennis-Event um 300.000 Dollar ging! Eine für damaligen Zeiten unfassbare Summe.

Während der TC Zell schon in den 1960er-Jahren einen Fixplatz im internationalen Turnierkalender hatte und 1979 bis 1981 kleinere ATP-Turniere veranstaltete, war 1982 die WCT-Tour zu Gast. Die World Champion Tour war damals quasi der Gegenspieler zur ATP. Die Serie wurde vom texanischen Öl-Milliardär Hunt gegründet und lockte die Spieler mit immens hohen Preisgeldern.

Eine von 20 Stationen
An 20 Schauplätzen wurde im Jahr 1982 gespielt – darunter in Mexiko City, Los Angeles, Dallas, Chicago, Neapel, Amsterdam und München.

Anfang Juli war Zell am See Schauplatz. Vom Österreichischen Tennisverband wurde das Turnier nahezu boykottiert. Die WCT-Serie wurde quasi als Schaukampf abqualifiziert. Jedoch trafen sich die damals besten Spieler – was auch das Finale belegte.

Top-5-Mann Clerc siegt
Da setzte sich der Argentinier Jose Luis Clerc, die damalige Nummer fünf der Welt, gegen den Schweizer Heinz Günthardt mit 6:0, 3:6, 6:2, 6:1 durch. Allein der Sieg war mit 100.000 Dollar (damals 1,7 Millionen Schilling) dotiert. Zum Vergleich: Der Amerikaner Jimmy Conners bekam im selben Jahr für seinen Sieg in Wimbledon um 500.000 Schilling (umgerechnet 36.000 Euro) weniger!

WCT-Tour setzte sich nicht durch
Die WCT-Serie setzte sich jedoch nicht durch. Auch in Zell am See kam die Weltklasse nach 1982 nicht mehr zusammen.

Allerdings gab es noch ein Tennis-Highlight in der Bergstadt: Im Juli 1988 gastierte der Davis-Cup gegen Großbritannien in Zell. Österreichs damalige „Musketiere“ Thomas Muster, Horst Skoff und Alex Antonitsch fertigten die Briten mit 5:0 ab und stiegen in die Weltgruppe auf.

Herbert Struber
Herbert Struber
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