27.06.2020 06:30 |

In Graz verurteilt

Steirer soll gebrechliche Eltern misshandelt haben

Wegen Gewalt an seinen gebrechlichen Eltern stand ein Steirer (61) in Graz vor Gericht: Er soll Vater und Mutter geschlagen, bedroht und beschimpft haben. Doch die Eltern wollten plötzlich nicht mehr aussagen. Also blieb nur, was der Mann selbst eingestand und nicht die argen Erzählungen der Eltern bei der Polizei.

Ja, er habe seinen Vater gegen die Wand gestoßen. Und ja, er habe seine Mutter durch den Flur gezerrt und ihr mit einem Arbeitshandschuh ins Gesicht geschlagen. „Weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, wie sie mit dem Vater gestritten hat.“ Laut Hausarzt soll der 61-Jährige die betagte Steirerin auch mit einem Besenstil gestoßen haben, wodurch sie Hämatome erlitt.

Verletzte Mutter im Keller liegen gelassen
Massiv auch die unterlassene Hilfeleistung, zu der er neben der Körperverletzung verurteilt wurde: Er habe seiner blutüberströmten Mutter nach einem Stiegensturz nicht geholfen. „Ich hab’ mich eh gewundert, dass sie das überlebt hat“, soll der Angeklagte bei der Polizei ausgesagt haben.

Für Freitag war von Richter Andreas Lenz eigentlich ein Lokalaugenschein im Haus der Eltern geplant gewesen, weil sie nicht transportfähig sind. Doch da sich die Eltern ihrer Aussagen entschlugen, also keine Angaben machen wollten, war dieser Termin hinfällig.

Das Urteil bei einem Strafrahmen von einem Jahr: drei Monate auf Bewährung und die Weisung jede Menge Therapien zu machen. Der Steirer, der unbescholten ist, erbat sich Bedenkzeit. Er will nun nach Niederösterreich ziehen.

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