Fast 600 Jobs wackeln

Kremsmüller Industrieanlagenbau ist Sanierungsfall

Für ein 22,5-Millionen-Euro-Projekt für die Wien Energie liefen nach und nach Kosten in Höhe von 65 Millionen Euro an, die Verbindlichkeiten der Kremsmüller Industrieanlagenbau KG betragen mittlerweile laut Kreditschutzverband 1870 rund 135 Millionen Euro! Die Folge: Die von Steinhaus bei Wels aus agierende Kremsmüller-Gruppe stellte für den Firmenteil heute den Sanierungsantrag.

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1800 Mitarbeiter sind in der Kremsmüller-Gruppe beschäftigt, 594 von ihnen sind vom Sanierungsverfahren betroffen - und müssen nun zittern, wie es weitergeht. Die Eigentümerfamilie und die Bank Austria sagten jedenfalls ihre Unterstützung zu, zudem gibt’s eine positive Fortführungsprognose. Trotzdem liegt der Ball nun bei Sanierungsverwalter Martin Stossier, der sich erst einen Überblick über die Situation und die Zahlen verschaffen muss.

„Um eine Nummer zu groß“
Was die Traunviertler ins Straucheln brachte? Hauptgrund ist ein aus dem Ruder gelaufener Großauftrag der Wien Energie, bei dem das Kremsmüller-Know-how in eine Klärschlammtrocknungsanlage zur Verbrennungsaufbereitung des anfallenden Klärschlamms floss. Die Auftragssumme hatte 22,5 Millionen Euro betragen, der Aufwand stieg aber nach und nach auf 65 Millionen Euro! „Der Auftrag war für Kremsmüller um eine Nummer zu groß“, stellt Gesellschafter Gregor Kremsmüller fest. Laut den Traunviertlern war die Wien Energie zu keinen Nachbesserungen beim Vertrag bereit.

Kremsmüller neu ohne Prozesstechnik
Die Zukunft? Kremsmüller will sich neu aufstellen und aus dem Bereich Prozesstechnik zurückziehen. Der Fokus soll auf dem Projektgeschäft und auf den Bereichen Dienstleistung und Instandhaltung für die Industrie bleiben.

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