14.06.2020 16:24 |

„In Cash ausbezahlt“

Schramböck: Investitionsprämie für Firmen kommt

Österreich will Firmen in der Corona-Krise mit weiteren Hilfen unter die Arme greifen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) kündigte Pläne für eine Investitionsprämie von 14 Prozent an. Diese sollen Firmen erhalten, die in den nächsten sechs Monaten Investitionen tätigen wollen. „Unternehmen soll zudem ermöglicht werden, bei der Steuerermittlung Verluste mit den Gewinnen aus Vorjahren gegenzurechnen“, sagte Schramböck am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“.

Dabei könne es eine Basisprämie von sieben Prozent und darauf aufbauend eine weitere Prämie bei Investitionen etwa in Digitalisierung, Life Science oder Gesundheitswesen geben. Ideal wäre eine Investitionsprämie von 20 Prozent, meinte die Ministerin. Diese Prämie sollte in Cash ausbezahlt werden und unabhängig von der Unternehmensgröße sein.

Verluste mit Gewinnen steuerlich gegenrechnen
Mit einem Verlustrücktrag sollen die heuer erlittenen Verluste mit den Gewinnen aus 2019 und 2018 steuerlich gegengerechnet werden können. Auch damit wolle man den Unternehmen unter die Arme greifen. Den Beschäftigten etwa in Supermärkten könnten die Firmen bis zu 2000 Euro Bonus steuerfrei ausbezahlen, erinnerte sie. Wieviel den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tatsächlich als Boni ausbezahlt worden sei, das wisse sie nicht.

Zu langsame Auszahlung der Corona-Hilfen: „Wir lernen alle dazu“
Angesprochen auf Beschwerden aus der Wirtschaft wegen zu langsamer oder zu geringer Auszahlungen von Corona-Hilfen verwies Schramböck einerseits auf die Beihilfenregelungen der EU, die manches verzögert hätten. „Wir lernen alle dazu. Jetzt ist es wichtig, dass wir rasch in diese Phase hineinkommen dass die Unternehmen unterstützt werden bei Investitionen, und dass sie die Fixkosten länger abgedeckt bekommen.“ Die Krise sei eine Weltwirtschaftskrise geworden, die Wirtschaft werde sicher noch zwei Jahre begleitet werden. „Die Österreicher sollen konsumieren, da müssen wir sie entlasten“, sagte die Ministerin. Daher werde die Steuerreform vorgezogen und der Eingangssteuersatz in der Lohn- und Einkommenssteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt.

Laudamotion-Konflikt: „Von Arbeit muss man leben können“
Auch die Turbulenzen um die Ryanair-Tochter Laudamotion, die einen Kollektivvertrag vorlegte der von der Wirtschaftskammer (WKÖ) gebilligt wurde, aber von der Gewerkschaft vida wegen zu geringer Löhne für Flugbegleiter abgelehnt wurde, wurden von Schramböck kommentiert. „Es ist schon wichtig hier dagegen zu halten und auch ein neues Paket zu verhandeln. Das jetzige schaut auch besser aus, denn es ist schon wichtig, dass die Menschen von ihrer Arbeit auch leben können.“ Und auch die Arbeitsplätze würden nun gesichert. Dass laut dem AUA-Hilfspaket innerösterreichische Flüge gestrichen werden sollen, wenn die Bahnfahrt zum Flughafen deutlich unter drei Stunden dauere, ist für Schramböck vertretbar.

Opposition kritisiert Schramböck
Die Vertreter der Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ und NEOS haben Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) nach ihrem Auftritt in der heutigen „ORF“-Pressestunde Versagen bei den Hilfen für die Wirtschaft vorgeworfen. SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter sagte in einer Aussendung, die Regierung übernehme keine Verantwortung und schiebe die Schuld lieber auf andere, etwa die EU.

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