13.06.2020 09:00 |

Umfrage

Unternehmer wettern gegen Härtefallfonds

Bis zu 2000 Euro monatlich verspricht der Härtefallfonds der Bundesregierung den von der Coronakrise gebeutelten Unternehmen. Eine Umfrage zeigt jetzt: Nur die wenigsten Salzburger Betriebe bekommen tatsächlich so viel ausbezahlt. Jeder zehnte Antrag auf finanzielle Unterstützung wird überhaupt abgelehnt.

„Das ist entwürdigend, ein schlechter Witz.“ Andreas Zopf erhebt seine Stimme, wenn er über die Corona-Hilfsmaßnahmen für Unternehmer spricht. Der Elektrotechniker aus St. Gilgen hat drei Mal um finanzielle Unterstützung aus dem Härtefallfonds angesucht. „Anfangs lag ich unter der Einkommenssteuergrenze, das wurde dann angepasst“, sagt Zopf. Der zweite Versuche scheiterte ebenso - wegen eines technischen Fehlers auf der Härtefallfonds-Internetseite konnte er seinen Antrag nicht abschicken. „Beim dritten Mal klappte es, ich bekam 500 Euro überwiesen.“ Es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein: „Was soll ich damit? Meine Fixkosten sind um ein Vielfaches höher“, sagt Zopf.

Der Corona-Härtefallfonds der Bundesregierung stellt Unternehmern einen finanziellen Zuschuss von bis zu 2000 Euro in Aussicht. Allein: Die Kriterien hierfür sind sehr strikt angelegt - zu strikt für viele Betriebe. Eine Umfrage des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) unter mehr als 100 Salzburger Unternehmen zeigt nun: Jeder fünfte Betrieb stellte erst gar keinen Antrag, weil er die Kriterien nicht erfüllte. Zehn Prozent aller Anträge wurden abgelehnt.

Nicht das, was versprochen wurde

Ausgezahlt bekamen Salzburgs Unternehmen bislang durchschnittlich 640 Euro pro Monat. Knapp jeder zweite Befragte gab an, dass die Auszahlung weniger als 20 Prozent des persönlichen Einkommensverlusts in Zeiten von Corona kompensieren würde. Auch Zopf nahm an der Umfrage teil: „Die Auszahlungen halten in keiner Weise, was versprochen wurde.“ Bezeichnend: Nur fünf Umfrageteilnehmer gaben an, tatsächlich zwischen 1500 und 2000 Euro aus dem Härtefallfonds ausgezahlt bekommen zu haben.

Triste Aussichten für sehr viele Unternehmer

Für SWV-Präsident Peter Mörwald kommen die Ergebnisse der Umfrage nicht überraschend: „Die Unternehmer fühlen sich wie Bittsteller.“ Wirtschaftskammer-Vizepräsident Christoph Matznetter sagt: „Es ist eine Zumutung. Wir brauchen weit gehende Maßnahmen.“ Denn: 63 Prozent der Befragten halten ihre Zukunftsaussichten für „eher schlecht“ oder „sehr schlecht.“

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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