09.06.2020 08:00 |

Sogar Yale fragte an

Steirer-Forscher führend im Bereich Klimawandel

Die weltweite Forscher-Elite blickt gebannt auf den Raum Feldbach. Nirgendwo sonst wird regionale Wetterentwicklung detaillierter analysiert als hier. Die Prognosen sind düster.

Drei Grad plus seit den 1970er-Jahren, 0,9 Grad plus in den vergangenen 13 Jahren: Der Temperatur-Anstieg im Sommer in der Region Feldbach ist beunruhigend – und charakteristisch für den gesamten Alpenraum. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht: „Wenn der CO2-Ausstoß weiter so ansteigt, erhöht sich auch die Temperatur um den selben Faktor“, sagt Robert Galovic. „Das ist brutal“.

Der 48-jährige Umweltsystemwissenschafter ist Projektleiter des 3D-Ausbaus des „WegenerNet“, ein Vorzeige-Projekt des Wegener Centers der Uni Graz. Dabei vermessen seit nunmehr 13 Jahren 155 kleine Klimastationen auf einer Fläche von 300 Quadratkilometern die kleinräumige Wetter- und Klimaentwicklung mit weltweit einzigartiger Genauigkeit. „Parameter wie Lufttemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Wind und Bodenfeuchte werden dabei aufgezeichnet“, erklärt Galovic.

Dass durch die kürzlich erfolgte Installation eines Wetterradars auf dem Stradner Kogel in 40 Metern Höhe die Messdaten noch weiter verfeinert werden können, ist nicht nur für die Steirer eine Sensation: „Durch diese neue Anlage wird unser bislang bodengebundenes 2D-Messnetz zu einem einzigartigen 3D-Freiluftlabor. Die Erforschung von Wetterextremen unter dem Klimawandel steht dabei im Zentrum“, freut sich Radartechniker Jürgen Fuchsberger.

Die frühzeitige Prognose von Hochwasser als Ziel
Erst in der Vorwoche erreichte das Wegener Center eine Anfrage der US-Eliteuni Yale, denn die räumliche und zeitliche Dichte der steirischen Messungen ist international unerreicht. „Dadurch werden umfangreiche Analysen von Stark-Niederschlägen und anderen Extremwetter-Ereignissen immer besser ermöglicht“, erläutert Galovic.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen übrigens nicht nur der Forschung alleine dienen, sondern allen Steirern, insbesondere dem Katastrophenschutz: „Im Idealfall haben in ein paar Jahren alle Feuerwehrleute eine Spezial-App auf ihrem Handy, die ihnen punktgenau – und vor allem früh genug – anzeigen kann, vor welchem Haus Sandsäcke zum Schutz vor Hochwasser angebracht werden müssen“, gibt sich Galovic hoffnungsfroh.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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