200.000 € überwiesen

Frau fiel auf „Arzt“ rein - Cybercrime wächst

Internetbetrüger sind skrupellos und machen vor niemandem Halt. Das neueste Opfer: eine Linzerin (60). Über Facebook trat ein vermeintlicher Arzt aus dem Irak mit ihr in Kontakt, spielte die große Liebe vor. Um seine Tochter in den USA besuchen zu können, brauche er dringend Geld. Die leichtgläubige Linzerin überwies dem Betrüger über 200.000 Euro, dann brach der Kontakt ab.

„Der Täter hat sich geschickt das Vertrauen des Opfers erschlichen. Sie war in Erwartung einer längeren Beziehung“, schildert Betrugs-Chefermittler Gerald Sakoparnig. Doch der Traum der 60-jährigen Linzerin verwandelte sich ganz schnell in einen Albtraum. Nachdem ihr Verehrer hatte was er wollte, brach der Kontakt ab. Erst danach realisierte die Frau, dass sie auf einen Betrüger reingefallen war und erstattete Anzeige.

Keine Spur von Täter
Doch was war genau passiert? Über Facebook lernten sich die beiden kennen, fanden heraus, dass sie die selben Interessen vertreten und waren Feuer und Flamme füreinander. Der Betrüger gab sich als amerikanischer Chirurg, der im Auftrag der Vereinten Nationen im Irak arbeite, aus. Seine Tochter wohne noch in den USA, er habe aber nicht genug Geld für einen Besuch. Da kam die Linzerin ins Spiel. Sie überwies ihrem „Verehrer“ in fünf Transaktionen binnen kürzester Zeit über 200.000 Euro. Er versprach, das Geld zurückzuzahlen, weil er in Amerika Zugriff auf ein Vermögen von 1,33 Millionen Euro hätte. Von Geld und Täter fehlt aber jetzt jede Spur.

Sehr hohe Dunkelziffer
„Leider kein Einzelfall. Die Dunkelziffer ist um einiges höher. Verlieren Opfer 10 bis 15 Tausend Euro, gibt es meist keine Anzeige. Man will sich die Verurteilung der Mitmenschen ersparen“, so Sakoparnig. Alleine im vergangenen Jahr schnellten die Straftaten im Netz in die Höhe – siehe Grafik. „In den meisten Fällen sitzen die Hintermänner im Ausland, die Ermittlungen gestalten sich sehr schwierig“, weiß Sakoparnig.

Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
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