17.05.2020 20:00 |

LR Beate Palfrader

„Der Weg zur Schule könnte zur Engstelle werden“

Mit der Öffnung der Pflichtschulen kehrt die größte Schülergruppe wieder in den Alltag zurück. Tirols Bildungs-LR Beate Palfrader über Platznot in Öffis, Schichtbetrieb, Sommer-Unterricht und den Notfallplan bei einem Corona-Verdachtsfall.

„Krone“:Frau Landesrätin, können Tirols Schulen die unzähligen Corona-Vorgaben erfüllen?
LR Palfrader: Es ist nicht einfach, aber ich bin zuversichtlich. Die Schulen leisten Großartiges und sind vorbereitet. Viele Vorgaben haben ja empfehlenden Charakter. Die Schulen haben Spielraum, um für die individuelle Situation die richtige Lösung zu finden.

Für den Schichtbetrieb gibt es drei Systeme. Eltern mit mehreren Kindern beklagen die verschiedenen Modelle.
In Tirol haben sich 73 Prozent der Schulen für das Modell mit täglichem Wechsel zwischen Unterricht und Lernbetreuung entschieden, 24 Prozent für drei Tage Unterricht und zwei Tage Betreuung. Der wochenweise Wechsel ist kaum verbreitet. In der Praxis schauen die Schulen darauf, das für Familien mit mehreren Kindern abzustimmen. In den meisten Fällen gelingt es auch.

Viele Eltern und Lehrer sehen den Schulweg als größte Abstandshürde. Sie auch?
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind sicher ein Knackpunkt. Wir streben eine Entzerrung in den Hauptverkehrszeiten an. Zum Beispiel durch einen späteren Schulbeginn der älteren Schüler, die nach Pfingsten zurückkehren. Und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen darauf schauen, wo Engpässe drohen. Dort wollen wir dann mehr Verkehrsmittel einsetzen.

In der Mittelschule 1 in Fügen im Zillertal wurde eine Lehrperson positiv auf das Coronavirus getestet, die Schule bleibt vorerst zu. Wie schaut grundsätzlich der Notfallplan aus?
Wenn in einer Schule ein Verdachtsfall auftaucht, muss dieser umgehend den Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Diese entscheiden dann, ob eine Klasse oder vielleicht sogar eine ganze Schule gesperrt werden muss.

Wie groß schätzen Sie die Angst der Eltern vor so einem Fall ein? Rechnen Sie damit, dass viele von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Kinder auch weiterhin daheim zu lassen?
Weiterhin Heimunterricht ist nur unter bestimmten Umständen möglich. Den Kindern tut die Rückkehr in die Schule gut. Und viele Sorgen lassen sich durch den Kontakt mit der Schule zerstreuen.

Bildungsminister Heinz Faßmann will Sommer-Unterricht für schwächere Schüler. Eine gute Idee?
Das wäre eine wichtige Ergänzung. Ich bin zuversichtlich, dass das kommt.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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