09.05.2020 08:49 |

Weniger Vorschriften

Mahrer: „Wir brauchen eine maximale Steuersenkung“

Während manche Linke eine Millionärsabgabe und eine Vermögensteuer verlangen, plädiert der Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer im Interview mit Georg Wailand für eine massive Entlastung der Unternehmen. Damit soll die Konjunktur wieder angeworfen werden. 

So strahlend der Konjunkturhimmel noch bis Februar dieses Jahres war, seit Corona ist alles anders: fast 600.000 Arbeitslose, dazu rund 1,2 Millionen in Kurzarbeit. Herr Präsident Mahrer, wie lange soll das so weitergehen?
„Wenn jetzt die Gastronomiebetriebe öffnen können, ändert sich auch die Stimmung im Land. Ich sage ganz einfach: Wer jetzt Geld ausgibt, der tut etwas für sein Land, für seine Familie und für sich selbst. Jetzt heißt die Devise: kaufen, kaufen, kaufen. Das ist gut für den Gastwirt, für den Handel, das bringt Steuern und Sozialabgaben.“

Schon, schon, aber wie viele Jobs kommen dadurch wieder zurück? Mahrer rechnet bis zum Sommer mit „über einer Viertelmillion, die wieder in Vollzeitjobs sein können“. Das allein werde aber nicht reichen: „Wir brauchen die massivste Entlastung, die es in der Zweiten Republik je gegeben hat, eine gewaltige Steuersenkung, die den Konjunkturmotor wieder in Gang setzt. Die Unternehmen und deren Mitarbeiter haben alle schwer gelitten, jetzt braucht es eine gewaltige Entlastung.“

Haben wir da richtig gehört, wurde von manchen Linksparteien nicht eine Millionärsabgabe, eine Erbschafts- und Vermögensteuer gefordert, um damit die Corona-Folgen besser finanzieren zu können?
Mahrer: „Wer in dieser Phase glaubt, den Betrieben neue Steuern draufknallen zu können, hat nicht alle Tassen im Schrank. Die vielen Selbstständigen kämpfen um ihre Firmen und für den Erhalt der Arbeitsplätze - wer solche Leute belasten will, macht sich schuldig an einer späteren Massenarbeitslosigkeit. Nein, wir brauchen ganz im Gegenteil die größte Entlastung und zusätzlich Investitionsanreize, damit die Wirtschaft möglichst schnell auf Touren kommt.“

Es war brutal, wie es den Hotels, Gastronomen, Reisebüros, Veranstaltern etc. durch die verordneten Betriebsschließungen gegangen ist, da ist es Zeit für ein Aufatmen und gute Laune, die Stimmung ist es, die neues Wachstum möglich macht.

Weniger Vorschriften für die Gastwirte, einfachere Abrechnungen, vielleicht auch wieder Geschäftsessen, die steuerlich anerkannt werden, jeder positive Impuls hilft. Genauso braucht es mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten, und eventuell gibt es auch da oder dort eine kleine Mehrwertsteuerentlastung. Soweit das Wunschprogramm von Harald Mahrer, der durch das Land tourt und Unternehmer-Hearings abhält, zu denen auch Minister und manchmal auch der Kanzler dazustoßen: „Wir sind ein kleines exportabhängiges Land, sechs von zehn Euro werden im Ausland erwirtschaftet, da müssen wir halt jetzt einmal den Inlandskonsum in Schwung bringen, ehe es wieder international offener läuft.“

Vom Übernehmen maroder Betriebe durch öffentliche Institute hält Mahrer wenig: „Wir haben in vielen Jahrzehnten gelernt, dass es besser ist, wenn sich Private an Privaten beteiligen.“

Kronen Zeitung

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