06.05.2020 01:44 |

Feier in Luxuslokal

Empörung über Arzt-Party mit Minister-Beteiligung

In Bosnien hat der bekannte Arzt Jusuf Sabanovic für Empörung gesorgt, weil er trotz der strikten Corona-Einschränkungen eine Geburtstagsfeier in einem Luxusrestaurant veranstaltete. Polizisten brachen die Party des Leiters der Chirurgie eines Krankenhauses in Sarajevo am Montagabend ab. Auch Sabanovics prominente Gästeliste stieß auf Unverständnis. Unter den Teilnehmern der Feier befand sich Außenhandelsminister Stasa Kosarac.

Seit März befindet sich Bosnien im Ausnahmezustand. Restaurants sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen, Versammlungen grundsätzlich verboten. Bosnien verzeichnete bisher rund 2000 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus, fast 80 Menschen starben. Da gibt es kaum Verständnis für die Geburtstagsfeier in einem Luxusrestaurant.

Arzt vom Dienst freigestellt
Sabanovis Krankenhaus äußerte sich empört über das Verhalten des Arztes. „Die Regeln sind für alle gleich und jeder muss sie respektieren“, hieß es in einer Erklärung der Klinik unter Verweis auf die strengen Corona-Maßnahmen. Sabanovic wurde vom Dienst freigestellt, zudem musste er sich in häusliche Isolation begeben.

Außenhandelsminister entschuldigte sich für „rücksichtsloses Verhalten“
Unter den Teilnehmern der Feier befand sich auch Außenhandelsminister Kosarac. Er entschuldigte sich für sein „rücksichtsloses Verhalten“. Er werde „absolut Verantwortung übernehmen“, versprach er unter anderem bei Facebook. Die Geldstrafe für die Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen werde er bezahlen.

„Lediglich Freund zum Geburtstag gratulieren wollen“
Auf Twitter schrieb Kosarac: „Anlässlich der Veranstaltung von gestern Abend möchte ich mich in erster Linie bei den Bürgern für die rücksichtslose Handlung entschuldigen. Ich akzeptiere und übernehme die Verantwortung dafür.“ Er habe lediglich „seinem Freund Jusuf“, der immer für seine kranke Familie da gewesen sei, zu seinem Geburtstag gratulieren wollen, „ohne zu wissen, wie der Abend aussehen würde oder wie viele Personen anwesend sein würden“.

In Bosnien sind bei Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen Bußgelder in Höhe von bis zu 1500 bosnische Mark (767 Euro) fällig.

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