05.05.2020 08:45 |

Seniorenheime

Besuche unter strengen Auflagen

Seit Montag sind Besuche in Seniorenheimen unter strengen Auflagen erlaubt. Das stellt die Betreiber auch vor Herausforderungen. Die „Krone“ hat sich vor Ort umgesehen.

Maria Krögner wird heuer 100 Jahre alt. Das größte Geburtstagsgeschenk kriegt sie vorab. Sie darf Sohn Günter und Enkelin Michaela sehen – das erste Mal seit Anfang März. Ihre Mundwinkel wandern nach oben. Die Augen glitzern. „Ich freue mich so!“, sagt Krögner in einen Telefonhörer zu ihren Liebsten. Die sitzen hinter einer Plexiglasscheibe. Es gelten strenge Sicherheitsauflagen. Darunter: zeitliche Beschränkung, Terminvereinbarung, Gesundheitscheck vorab und extra Besucherbereich mit strikten Hygieneregeln. Die konkrete Umsetzung obliegt den Heimen. „Wir haben uns schon lange auf solche Besuchsmöglichkeiten vorbereitet. Es läuft bisher alles super“, sagt die Leiterin des Seniorenheims Itzling, Ulrike Weichinger.

Vorbereitungen waren teils schwierig
Manchen der 75 Heime im Land kam der Beschluss zu Besuchen etwas zu plötzlich. „Die Politik und die Medien haben einen großen Druck aufgebaut. Wir mussten alles übers Wochenende regeln“, sagt Paulus Gschwandtl, Leiter des Seniorenheims Bischofshofen. Sie regelten. Deshalb kann Andi Ofensberger (96) seine Tochter Frieda Müller begrüßen. „Es ist so toll, dass ich Besuch bekommen darf. Zuvor habe ich jeden Tag mit meiner Familie und den Enkeln telefoniert. Aber es ist nicht dasselbe“, erzählt Ofensberger. Die Einschränkungen machen dem 96-Jährigen zu schaffen. Normalerweise spaziert er fast täglich zum Grab seiner Frau. Anschließend geht es ins Café. „Es ist schwer für ihn, weil er so fit ist. Er braucht die Bewegung“, sagt Tochter Frieda. Nach rund 45 Minuten ist der Besuch vorbei. „Heute sind noch sieben Termine geplant. Wir lassen es langsam angehen“, sagt der Heimleiter. Denn: Erst am Morgen kamen die Covid-Testergebnisse: Entwarnung für alle Mitarbeiter und Bewohner des Hauses.

Ins Seniorenheim Bad Hofgastein strömen erst heute die Besucher. „In den kommenden drei Tagen haben sich 70 Leute angemeldet. Es ist ein Ansturm“, sagt Leiter Gernot Sturm. Im Park des Hauses haben Mitarbeiter einen Pavillon zur Besucherzone umgebaut. „Hoffentlich können die Verwandten auch bald zusammen durch den Park spazieren.“

Christoph Laible
Christoph Laible
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