29.04.2020 12:14 |

Zahl stark gestiegen

16 Kinder starben 2019 im Straßenverkehr

Der Unfalltod zweier Kinder in einem Fahrrad-Anhänger hatte im Vorjahr für Schock und Entsetzen gesorgt - und eine hitzige Debatte über die Sicherheit im Straßenverkehr ausgelöst. Wie aktuelle Zahlen der Statistik Austria nun einmal mehr deutlich machen, sind Kinder im Straßenverkehr zunehmend gefährdet. 16 Kinder starben im Vorjahr auf Österreichs Straßen, das ist mehr als in den letzten beiden Jahren davor zusammen und der höchste Wert seit 2006.

Auch wenn die insgesamt registrierten Verkehrsunfälle (35.736) und Verletzten (45.140) im Vorjahr um jeweils drei Prozent im Vergleich zu 2018 zurückgegangen sind: Die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr ist in Österreich im Vorjahr erstmals seit 2015 wieder angestiegen. Laut Statistik Austria wurden 2019 auf den heimischen Straßen 416 Tote verzeichnet, das sind um 1,7 Prozent mehr als im Jahr davor.

Opferzahl bei Kindern mehr als verfünffacht
Besonders stark erhöht hat sich die Anzahl an getöteten Kindern im Alter bis 14 Jahre, sie lag mit 16 um 13 bzw. 433 Prozent über dem Wert von 2018 - eine Verfünffachung und der höchste Wert seit 2006. Im Vergleich dazu waren es 2017 acht und 2016 sieben gewesen.

Sechs der im Vorjahr tödlich verunglückten unter 14-Jährigen waren Fußgänger, drei verunfallten als Pkw-Mitfahrer. Jeweils zwei Kinder wurden auf Tretrollern/Microscootern oder Fahrrädern tödlich verletzt. Je eines kam auf einem Motorfahrrad, einem Traktor und einem Transportkarren (Hoflader) ums Leben. Darüber hinaus wurden weitere 2722 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt.

Vier Kinder auf dem Schulweg tödlich verunglückt
Auf dem Schulweg verunglückten 2019 vier Kinder (6 bis 15 Jahre) tödlich. In den beiden Jahren davor waren keine tödlichen Schulwegunfälle gemeldet worden, 2015 und 2016 waren es mit jeweils einem tödlich verunglückten Schulkind deutlich weniger.

Von allen im Vorjahr dokumentierten Unfällen war mit 31 Prozent fast ein Drittel auf Unachtsamkeit bzw. Ablenkung zurückzuführen. Knapp ein Viertel war die Folge von Vorrangverletzungen. Sechs Prozent aller Unfälle mit Verletzten oder Toten passierten, weil Verkehrsteilnehmer unter Alkohol-, Drogen-, oder Medikamenteneinfluss gestanden waren. 32 Personen starben bei Alkoholunfällen (2018 und 2017 jeweils 33), weitere 3227 Menschen zogen sich Verletzungen zu, das entspricht einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die meisten Verkehrstoten in NÖ, OÖ und der Steiermark
Bezogen auf die Bundesländerverteilung kamen 2019 in den drei, abgesehen von Wien, bevölkerungsreichsten Ländern Niederösterreich (101 Tote), Oberösterreich (87) und Steiermark (72) die meisten Menschen im Verkehrsgeschehen ums Leben. Den stärksten Anstieg gab es im Burgenland mit einem Plus von 146 Prozent auf 32 Todesfälle.

Der tragischste Monat im Jahr 2019 war der Juni mit durchschnittlich 182 Verletzten und knapp zwei Toten pro Tag (insgesamt 56). Die wenigsten Unfälle wurden im Jänner und Februar verzeichnet. Für Fußgänger waren der November (13 Tote) und Dezember (neun Tote) besonders gefährlich.

Eine Zunahme von 47 Prozent auf 69 Tote gab es bei Fußgängern (2018: 47 Tote). Um ein Viertel auf zehn erhöhte sich die Zahl der getöteten Mopedlenker/-mitfahrer, bei 200 tödlich verunglückten Pkw-Insassen betrug die Steigerung 10,5 Prozent. Zurück ging hingegen die Zahl der getöteten Motorradlenker/-mitfahrer, und zwar um 23 Prozent von 102 auf 79. Um 20 Prozent rückläufig waren die Todesfälle unter Fahrradfahrern (inkl. E-Bikes und -Scooter), sie sank von 41 auf 33.

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