24.04.2020 10:28 |

Einbußen für Winzer

Daheim bleiben, Wein trinken

Mit diesem genussvollen Lebensmotto für ihre Kunden kämpfen sich die Winzer durch die Krise. Nachdem der Handel und das Geschäft mit der Gastronomie zusammengebrochen sind, federt der schwunghafte Anstieg der Online-Verkäufe schwere finanzielle Einbußen etwas ab. Jetzt läuft die Arbeit im Weingarten voll an.

Wenn Kunden nicht zu den Winzern können, dann kommen edle Tropfen eben zu den Genießern. Auf diese Strategie setzen derzeit motivierte Produzenten. „Mein Welschriesling 2019 ist da!“ Mit dieser Botschaft reagierten Franz Ackerl aus Kleinhöflein und seine Kollegen auf harte Zeiten. „Wir liefern gerne direkt nach Hause, oder mit Paketdienst“, lautet das fruchtig-frische Angebot. Es kommt gut an! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das zeigt Pia Strehn aus Deutschkreutz. Sie verschickt nicht nur vinophile und regionale Köstlichkeiten aus ihrem Haus, sie verrät bei virtuellen „Verkostungen“ auch alles Wissenswerte über den Weingeschmack. Über das enorme Echo nach Video- oder Foto-Auftritten in sozialen Medien ist die Spitzenwinzerin etwas überrascht. „Wo bekommt man deine schönen Weingläser?“ Sogar solche Fragen tauchen auf. „Nicht nur ausgezeichneter Wein, auch die Vermittlung eines guten Lebensgefühl ist im Internet gefragt“, weiß Strehn.

Eine weitere Online-Erkenntnis, die etliche Kollegen bestätigen können: „Die mit Abstand meisten Bestellungen lösen Einträge auf Instagram aus“, heißt es. Trotz vielseitigen Einfallsreichtums hinterlässt der Zusammenbruch des Fachhandels und der Gastro-Szene in der Weinbranche schwere Einbußen. Auch wegen der Zwangspause für wichtige Veranstaltungen bleiben die Kassen leer. Die Absage des Weinfrühlings nahm unter anderem Reinhard Koch in Rechnitz wenigstens gelassen. Der Winzer ging in den Wald, um in aller Ruhe Bärlauch zu sammeln. Allzu viel Zeit war dafür ohnehin nicht. Denn jetzt hat schon wieder die Arbeit in den Weingärten begonnen. Einstricken, abjäten, ausdünnen, entblätternbis Ende August gibt es für Winzer keine Atempause mehr. Und dann die Lese.

Karl Grammer, Kronen Zeitung

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