17.04.2020 08:09 |

Corona-Krise

Das Drama um die Sommerfestspiele

Diese Geschichte steuert auf kein gutes Ende zu: Die Salzburger Festspiele kämpfen um ihr 100-Jahre-Festival. Die Corona-Frage lässt wenig Spielraum, der Juli-Termin scheint zu platzen.

Noch traut sich niemand, das Wort in den Mund zu nehmen: Absage.

Zu viel steht auf dem Spiel für eines der größten Kultur-Festivals der Welt: 222 Aufführungen in 44 Tagen an 15 Spielstätten.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler kämpft um ihr „Grande Finale“, die 100 Jahre als Höhepunkt der Karriere. Das Coronavirus droht nun, ihren konzertierten Abgang von der Festspiel-Bühne im Keim zu ersticken. Denn: In der Corona-Krise arbeitet Österreich eng mit Deutschland zusammen. Bei den Nachbarn sind Großveranstaltungen seit Mittwoch bis 31. August untersagt. Die enge Abstimmung ist kein gutes Omen für die Jubiläumsausgabe.

Vieles deutet darauf hin, dass sich auch bei uns die Deadline für Veranstaltungsverbote vom 30. Juni nach hinten verschiebt. Es wird gemunkelt, dass die Landespolitik bereits mit der Festspieldirektion vereinbart hat, dass eine Eröffnung am 18. Juli völlig unmöglich ist.

Weder das Land noch die Festspiele wollten das am Donnerstag abschließend bestätigen. Man werde sich erst nach der heutigen Pressekonferenz der Bundesregierung äußern, hieß es aus dem Festspielbüro. Auf dieser will Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek Lockerungen im Kulturbereich bekannt geben. Es verwundert, dass die Direktion ein Statement davon abhängig macht. Helga Rabl-Stadler hatte am Dienstag gesagt, nur der 30. April sei relevant: Erst da verkündet die Bundesregierung eigentlich ihre Entscheidung über Veranstaltungen im Sommer.

Weiß Rabl-Stadler mehr?

Im Büro Lunacek hält man sich dazu bedeckt: „Ja, es wird am Freitag auch um Veranstaltungen gehen. Wir sind gerade dabei, das zu finalisieren. Wir können aber nicht bestätigen, dass es die Sommerfestspiele betrifft.“

In der Direktion will man nach einer Absage an einer Alternative festhalten. Rabl-Stadler sagte am Dienstag: „Egal wie, irgendein großes Zeichen werden wir heuer setzen.“ Sie sprach von einer möglichen „konzentrierten Form“ des Festivals. Diese könnte für August geplant sein. Die „richtige“ Jubiläumsausgabe würde dann 2021 gefeiert. Klar ist auch: Sagt die Regierung ab und nicht die Direktion, haften die Festspiele nicht für freie Verträge. Denn: „Höhere Gewalt liegt vor, wenn nicht voraussehbare und mit normalen Mitteln nicht abwendbare Ereignisse eintreten“, sagt Rechtsprofessor Sebastian Schmid von der Uni Salzburg dazu.

Ganz offiziell abgesagt ist jedenfalls die Eröffnung der Ausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ am 25. April. „Die Ausstellung wird mit den Festspielen verschoben. Bestätigt ist bei ihnen noch nichts. Aber man hört das immer mal wieder im Hintergrund“, heißt es seitens des Salzburg Museums.

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