04.04.2020 21:57 |

Terror in Frankreich

Messerangriff endet mit Toten und Schwerverletzten

Schockierende Bluttat mitten in der Coronavirus-Krise: Im Südosten Frankreichs hat ein Mann mit Messerstichen zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Die Taten ereigneten sich am Samstag in der Stadt Romans-sur-Isere, wie Bürgermeisterin Marie-Helene Thoraval mitteilte. Der Angreifer sei festgenommen worden. Drei der Opfer erlitten schwere Verletzungen. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Mordes in Zusammenhang mit einer Terrortat“ gegen den festgenommenen Tatverdächtigen. Zeugen zufolge hatte er bei den Angriffen „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen.

Der 33-jährige Angreifer, der sich als sudanesischer Flüchtling auswies, attackierte die Menschen im Zentrum der 35.000-Einwohner-Stadt in einem Zigarettenladen, einem weiteren Geschäft und auf der Straße. Der Mann, 1987 geboren und unter dem von ihm angegebenen Namen bei der französischen Polizei nicht bekannt, wurde nach seiner Bluttat gegen 11 Uhr am Vormittag festgenommen.

Laut Augenzeugen stach Täter willkürlich auf Menschen ein
In der Stadt gelten Beschränkungen infolge der Coronavirus-Krise. Die Bürger dürfen aber Waren des täglichen Bedarfs einkaufen. Noch ist unklar, ob die Angriffe mit den behördlich angeordneten Schließungen in Verbindung stehen. Nach Auskunft von Augenzeugen stach der Täter an verschiedenen Orten willkürlich auf Menschen ein.

Der Täter habe sich auf einen „terroristischen Pfad“ begeben, sagte Innenminister Christophe Castaner. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft erklärte, erste Ermittlungsergebnisse deuteten darauf hin, dass der Angreifer die öffentliche Ordnung „durch Einschüchterung oder Terror“ erheblich stören wollte. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung seien handschriftliche Dokumente gefunden worden, in denen sich der Mann darüber beschwere, „in einem Land von Ungläubigen zu leben“.

In Frankreich hatte es in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe islamistischer Anschläge mit Hunderten Toten gegeben. Präsident Emmanuel Macron verurteilte die „schreckliche Tat“ und versicherte, dass die Hintergründe des Angriffs genau aufgeklärt würden. „Die ganze Wahrheit zu dieser schrecklichen Tat wird aufgedeckt werden“, schrieb er auf Twitter. Dabei verwies er darauf, dass das Land wegen der Coronavirus-Pandemie mit Hunderten Toten ohnehin schon eine schwere Probe bestehen müsse.

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