Wie Österreichs Olympia-Seelsorger Pater Johannes Paul derzeit nicht nur Spitzensportlern Mut gibt und welche Chancen der Priester vom Stift Heiligenkreuz in der aktuellen Coronakrise sieht
Pater Johannes Paul Chavanne vom Stift Heiligenkreuz ist Österreichs Olymia-Seelsorger. Seit 2014 reist er mit Österreichs Sportlerinnen und Sportlern zu den Olympischen Spielen und den Paralympics. Aber nicht nur deswegen suchen mehrere Spitzenathleten derzeit den Kontakt zu ihm: „Sie haben die gleichen Sorgen und Fragen wie alle anderen Menschen auch.“ Großen Respekt hat der Pfarrer vor den Heeressportlern, die in der Coronakrise in der Gesellschaft mithelfen, wo sie können: „Das ist großartig.“ Auch die Video-Botschaften von Fußball-Stars und anderen prominenten Sportlern in den sozialen Netzwerken begrüßt der Geistliche: „Sie kommen ihrer so wichtigen Vorbildfunktion wirklich gut nach.“
Pater Johannes Paul betont: „Wir haben gerade eine sehr traurige und schwierige Zeit. Ich freue mich schon sehr auf den Tag, an dem wir uns alle ohne Angst wieder treffen, uns die Hand geben und Zeit miteinander verbringen werden. Auf den Tag an dem wir wieder ohne Sorgen unsere Alten und Kranken besuchen werden.“ Der Glaube lässt ihn auf Gott vertrauen: „Ich bin mir sicher, dass alles gut wird. Wer glaubt, hat diese sichere Hoffnung.“
Der Mönch sieht in der Krise auch positive Seiten: „Der Mensch lernt, mit sich selbst auszukommen, alles in Ruhe und Stille kommen zu lassen. Viele reduzieren sich auf das Wesentliche. Man wird nach den Coronazeit für Dinge, die zuvor als selbstverständlich galten, sehr dankbar sein.“ Eines hebt er besonders hervor: „Der Dauerstress, der Leistungsdruck, die brutale Logik, dass sich immer der Stärkere durchsetzt, fällt gerade komplett weg. Jeder kann gerade aufatmen, nachdenken, inne halten. Das sind auch Chancen. Alles hat seinen Sinn. Das Leben wird sich nach dieser Krise sicher ziemlich verändern.“
Die aktuelle Lage wird ziemlich sicher auch dazu führen, dass die für den Sommer geplanten Olympischen Spiele und die Paralympics in Tokio verschoben werden. Immer mehr Verbände und Sportler rücken vom Internationalen Olympischen Comitee, das immerhin mittlerweile Szenarien einer möglichen Verschiebung prüft, ab. Pater Johannes Paul betrachtet alles aus der Ferne mit einem Lächeln: „Wenigstens halten die Olympischen Ringe den derzeit erbetenen Sicherheitsabstand ein. Diese lustige Graphik habe ich über die sozialen Netzwerke bekommen.“
Matthias Mödl, Kronen Zeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.