Bis zu 75% der Kosten

Corona: EU zahlt für Rückkehr Tausender Urlauber

Ausland
19.03.2020 17:52

Zehntausende Fernreisende aus Europa wollen angesichts der Coronavirus-Krise rasch heimkehren. Das hat die EU-Kommission am Donnerstag mitgeteilt und versprochen, einen großen Teil der Kosten zu übernehmen. Für die Rückholung EU-Reisender hat die Brüsseler Behörde allerdings auch auf Nachfragen offen gelassen, ob nicht eigentlich Reiseveranstalter und Fluggesellschaften verantwortlich seien. Sie teilte vielmehr mit, die Kommission werde bis zu 75 Prozent der Reisekosten tragen. Nach Österreich wurden im Zuge der seit zwei Tagen laufenden Rückholaktion bislang rund 1300 Menschen zurückgeflogen. 

In Österreich landen am Donnerstagabend zwei weitere Flieger mit fast 400 Passagieren aus Spanien und Ägypten. Für Freitag sind weitere Maschinen für die Rückholung von Österreichern angekündigt. Um 11 Uhr starten vom Flughafen Teneriffa Süd 212 Passagiere gen Wien. Der Level-Flieger wird um 16.30 Uhr in Wien sein. Zur gleichen Zeit startet in Tunis eine Level-Maschine mit 210 Menschen an Bord. Für Langstreckenflüge aus dem afrikanischen bzw. asiatischen Raum laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, hieß es aus dem Außenministerium.

Die AUA-Maschine OS 066 aus Chicago kurz nach dem Aufsetzen auf dem Flughafen Wien-Schwechat (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Die AUA-Maschine OS 066 aus Chicago kurz nach dem Aufsetzen auf dem Flughafen Wien-Schwechat

Letzter regulärer AUA-Flug in Schwechat gelandet
Auf dem Flughafen Wien in Schwechat war Donnerstagfrüh der vorerst letzte Flug der Austrian Airlines (AUA) im regulären Betrieb angekommen. Die Boeing 767-300 aus Chicago landete um 8.07 Uhr. An Bord des Kurses OS 066 waren nach AUA-Angaben 132 Passagiere. Die meisten der Fluggäste kehrten wegen der Coronavirus-Pandemie nach Hause zurück.

In Österreich wurden laut Außenminister Alexander Schallenberg in den ersten beiden Tagen der großen Rückholaktion mehr als 1300 Personen nach Österreich gebracht. Die Zahl der in mehr als 100 Ländern festsitzenden heimischen Urlauber wurde mit 47.000 angegeben. Ziel sei es, mit den Rückholaktionen möglichst viele österreichische Reisende nach Hause zu bringen, hieß es aus dem Außenministerium. Alle Flüge konnten ohne Behinderung durchgeführt werden.

(Bild: APA/BMEIA)

„Wir sind dazu da, ihnen bei dieser Rückkehr zu helfen“
„Zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder in der Ferne ihren Wunsch geäußert, so schnell wie möglich nach Europa zurückzukehren“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft zur EU-weiten Situation. „Wir sind dazu da, ihnen bei dieser Rückkehr zu helfen.“ Man bereite Flüge aus Peru, von den Malediven, aus der Mongolei und vielen afrikanischen Ländern vor. Deutschland etwa habe um EU-Unterstützung für 13 Rückkehrerflüge aus Ägypten, Marokko, den Philippinen, Tunesien und Argentinien für mehr als 3000 Personen gebeten.

Diese Woche haben der Kommission zufolge zwei österreichische Flüge mit Unterstützung des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus schon 604 EU-Bürger aus Marokko zurückgebracht. Die Einrichtung habe seit dem Ausbruch des Coronavirus an der Heimholung von 1159 EU-Bürgern aus dem chinesischen Wuhan, aus Japan, Oakland und Marokko mitgewirkt.

Hunderte Rückkehrer aus Marokko wurden am Dienstag von Außenamt und AUA nach Hause geflogen. (Bild: BMI)
Hunderte Rückkehrer aus Marokko wurden am Dienstag von Außenamt und AUA nach Hause geflogen.

Tschechien hole gerade Europäer aus Vietnam zurück, sagte ein Kommissionssprecher. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines wird wegen der Viruskrise mit 56 Flügen insgesamt 9500 Belgier aus 14 Ländern heimholen, wie das Unternehmen in Brüssel mitteilte.

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