„Bleiben Sie dahoam!“

Ab sofort steht ganz Tirol unter Quarantäne

Tirol
19.03.2020 00:02

Neue drastische Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich: Seit Mitternacht stehen in Tirol sämtliche Gemeinden, somit das gesamte Bundesland, unter Quarantäne. „Tirol isoliert sich selbst. Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Mittwochabend. Die Verordnung bleibt vorerst bis inklusive 5. April in Kraft.

Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung betreffen das gesamte Bundesland. Der Landeschef informierte in einer Erklärung am Mittwochabend darüber, dass alle Gemeinden ab Mitternacht unter Quarantäne gestellt werden. „Als Tiroler Landeshauptmann ist es meine Aufgabe, mit aller Kraft und Konsequenz zu verhindern, dass wir Verhältnisse wie in Teilen Italiens bekommen“, erläuterte Platter.

(Bild: APA/JAKOB GRUBER)

Daher bitte ich Sie: Bleiben Sie dahoam!“
Es sei laut Experten erforderlich, „dass wir weitere Einschränkungen vornehmen. Einschränkungen, die in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen der Bundesregierung erfolgt sind, und die Sie alle noch härter treffen werden. Das heißt: Tirol isoliert sich selbst. Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden“, erklärte Platter. Dem Virus sei nur mit extremen Einschränkungen entgegenzutreten. „Daher bitte ich Sie: Bleiben Sie dahoam!“

Pendeln weiterhin erlaubt
Die Heimatgemeinde darf nun nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht oder um die Daseinsvorsorge - und auch dann nur bis zum nächsten Ort. Auch zur Arbeit darf man sich begeben, das bleibt auch über mehrere Gemeinden hinweg möglich. Es darf also „weiterhin über Gemeindegrenzen hinweg gependelt werden“, hieß es in einer Klarstellung der Landesregierung. „Was zum Beispiel nicht geht, ist, in einen anderen Ort zu fahren, wenn im eigenen Dorf ein Lebensmittelgeschäft zur Verfügung steht“, erklärte Platter.

„Halten wir in dieser schwierigen Zeit zusammen“
Zudem grenze sich Tirol zu seinen Nachbarn ab, gab Platter bekannt. Das heißt, dass nur jene nach Tirol einreisen dürfen, die in Tirol zu Hause sind oder in der kritischen Infrastruktur oder Versorgung arbeiten. Der Warenverkehr bleibt unter bestimmten Voraussetzungen gestattet.

Dass sich Tirol selbst isoliert, sei absolut notwendig. „Weil wir verhindern wollen“, so Platter, „dass einerseits das Virus von Tirol aus weiterverbreitet wird und wir uns andererseits auch zusätzlich schützen können.“ Der Landeschef appellierte: „Halten wir in dieser schwierigen Zeit zusammen!“

Derzeit für andere Regionen nicht geplant
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte dazu im Gespräch mit dem ORF, dass die Entscheidung der Generalquarantäne in Tirol dem Landeshauptmann obliege. Die Maßnahmen halte er angesichts der Lage im Bundesland für gerechtfertigt. Derzeit seien ähnlich drastische Maßnahmen für andere Regionen nicht vorgesehen. Für die Zukunft ausschließen könne man das aber nicht.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in der „ZiB 2“ (Bild: ORF)
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in der „ZiB 2“

Besonders hohe Fallzahlen
Aufgrund der hohen Fallzahlen in Gemeinden in Tirol, Vorarlberg und Salzburg war bereits im Laufe des Tages mit der Abriegelung ganzer Gemeinden begonnen worden. Nachdem vergangene Woche St. Anton am Arlberg und die Paznauner Gemeinden Galtür, Ischgl, Kappl und See unter Quarantäne gestellt worden sind, hatten die Behörden zunächst zwei weitere Skiorte in Tirol isoliert. Bis inklusive 2. April wurden der bekannte Tourismusort Sölden im Ötztal sowie St. Christoph am Arlberg gesperrt. Am Abend meldete dann der ORF, dass ab Mitternacht das ganze Bundesland unter Quarantäne stehe.

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