Virologe im Interview

„Grippe klingt langsam ab, Corona definitiv nicht“

Coronavirus
11.03.2020 12:41

Top-Virologe Christoph Steininger von der medizinischen Universität Wien ist mittlerweile Stammgast im „Krone“-Studio. In diesen ereignisreichen Tagen rund um die Lebensumstellungen zur Eindämmung des Coronavirus, sind seine Meinung und Expertise gefragter denn je. Gemeinsam mit krone.tv-Moderator Gerhard Koller versucht er, Licht ins Dunkel der vielen Fragen über die Ansteckungsgefahren zu bringen. Das Problem an der ganzen Geschichte sei nach wie vor, dass man so wenig über das Virus weiß: „Während die saisonale Grippe bereits wieder abklingt, ist bei Corona definitiv kein Ende in Sicht.“

Grundsätzlich könne man eine Ansteckung nie wirklich ausschließen, so Steininger. Die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren, sei in den öffentlichen Verkehrsmitteln aber deutlich höher als etwa im Büro: „Die Luftzirkulation ist in Büroräumen viel besser. Diese bewirkt, dass die Tröpfchendichte in der Luft reduziert wird.“ Allgemein würde aber gelten: „Je kürzer der Kontakt mit einem Coronavirus-Infizierten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich ansteckt. Deshalb sollte man so gut wie möglich auch auf die Öffis verzichten.“

Die Ansteckungsgefahr in den Öffis ist deutlich höher, als etwa im Büro (Bild: krone.at)
Die Ansteckungsgefahr in den Öffis ist deutlich höher, als etwa im Büro

Die Maßnahmen der Regierung und vieler Unternehmen, welche auf Home Office umstellen, kann Steininger nachvollziehen, auch wenn die Grippe nach wie vor gefährlicher zu sein scheint: „Die Zahlen sprechen ganz klar dafür, dass mehrere Größenordnungen zwischen Influenza und Corona liegen. Trotzdem verändert sich unser Leben gerade dramatisch. Der Sinn dahinter ist einfach, dass man verhindert, dass Corona die Dimension von Influenza erreicht.“

Gerhard Koller im Talk mit Christoph Steininger. (Bild: krone.tv)
Gerhard Koller im Talk mit Christoph Steininger.

„Kein Abklingen von Corona in Sicht“
Für Steininger ist es auch wichtig, festzuhalten, dass es sich bei den schwankenden Sterberaten nur um „Anhaltspunkte“ handle: „Es ist nicht möglich, alle milden Krankheitsverläufe abzuklären und diese sind ganz entscheidend.“ Ein weiteres großes Problem sei, dass man noch so wenig über das neue Virus weiß. Während man bei der saisonal auftretenden Grippe mittlerweile weiß, dass sie in den warmen Temperaturen wieder abklingt, sei bei Corona „definitiv kein Abklingen in Sicht.“

Das ganze Interview mit Christoph Steininger sehen Sie im Video oben.

 krone.at
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