10.03.2020 06:58 |

Nach Börsensturz

Trump kündigt Wirtschaftspaket wegen Virus an

Nach dem Chaos an den Börsen aufgrund der Coronavirus-Epidemie und des Absturzes der Ölpreise haben die USA nun „dramatische“ wirtschaftliche Maßnahmen angekündigt. Ein dementsprechendes Paket soll am Dienstag vorgestellt werden, teilte US-Präsident Donald Trump mit. Es gehe um Lohnsteuererleichterungen und Kredite für Kleinunternehmen.

Die US-Börsen hatten am Montag wegen des Coronavirus sowie wegen eines Absturzes des Ölpreises ihren schlimmsten Handelstag seit der Finanzkrise von 2008 erlebt. Trump will nun mit einem Maßnahmenpaket den wirtschaftlichen Auswirkungen durch das neuartige Coronavirus entgegensteuern.

Gespräche mit betroffenen Branchen sind geplant
Angedacht seien auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt würden - für die also bei einem Arbeitsausfall wegen einer Erkrankung besondere Härten entstehen. Am Dienstag solle es dazu Gespräche mit Kongressvertretern geben, sagte Trump. Auch Gespräche mit Fluggesellschaften, Kreuzfahrtveranstaltern und der Hotelindustrie seien geplant. Sie sind von der aktuellen Krise durch das Virus besonders betroffen.

Konkreter wurde Trump zunächst nicht. Der Virus-Ausbruch habe „die Welt aus heiterem Himmel getroffen“, sagte der US-Präsident. Bisher sei seine Regierung mit der Epidemie aber „sehr gut umgegangen“.

Bis zu 25 Todesfälle durch Coronavirus in den USA
Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. In den USA war die Zahl der Infektionen in den vergangenen Tagen sprunghaft gestiegen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag zunächst von 423 Infektionen und 19 Todesfällen durch das Virus gesprochen. Der CDC-Chef Robert Redfield sagte am Montagabend (Ortszeit) bei dem Auftritt mit Trump, die Zahl liege inzwischen bei mehr als 500 Infektionsfällen. Nach Zählungen der „New York Times“ gab es am Montagabend (Ortszeit) sogar bereits mehr als 660 Infektionen und mehr als 25 Todesfälle in den Vereinigten Staaten.

Die Entwicklung setzt Trumps Regierung zunehmend unter Handlungsdruck. Der Präsident hatte sich in den vergangenen Tagen darum bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen, und argumentiert, die Lage werde teils überzogen dargestellt. In den USA sei das allgemeine Ansteckungsrisiko gering, und das Land sei bestens gerüstet.

Republikaner nach Kontakt mit Patient in freiwilliger Quarantäne
Zuletzt hatten mehrere hochrangige republikanische Politiker angekündigt, sich als Vorsichtsmaßnahme freiwillig in Quarantäne zu begeben, nachdem sie vor einigen Tagen bei einer Konferenz in Washington mit einem späteren Covid-19-Patienten in Kontakt gekommen waren. Zwei dieser Republikaner wiederum waren in den vergangenen Tagen auch mit Trump selbst in Kontakt. Der Präsident hatte die Konferenz in Washington auch selbst besucht. In den vergangenen Tagen betonte Trump jedoch mehrfach ausdrücklich, er sei wegen der Entwicklung nicht persönlich beunruhigt. Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, versicherte am Montag, in der Regierungszentrale laufe alles wie üblich.

Präsident will sich nicht auf Coronavirus testen lassen
Trump ignorierte bei seinem Auftritt Nachfragen dazu, ob er sich bereits auf das Virus habe testen lassen, und verließ die Pressekonferenz vorzeitig. Stephanie Grisham, Sprecherin des Weißen Hauses, teilte schließlich mit:
„Präsident Trump befindet sich weiter in hervorragender Gesundheit und sein Arzt wird ihn weiterhin genau überwachen.“

Wie in vielen anderen Ländern auch wurden in den USA bereits diverse Großveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Unklar ist, wie sich die Krise auf den laufenden Vorwahlkampf in Amerika auswirken wird - und ob in den kommenden Wochen womöglich Wahlkampfveranstaltungen abgesagt werden könnten. Am Dienstag steht die nächste Vorwahlrunde mit Abstimmungen in sechs US-Staaten an.

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