Regen und Erdrutsche

Schlammlawine trifft Häuser: Zwei Todesopfer

Ausland
18.11.2025 06:43

Bei heftigen Unwettern in Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien in Italien sind drei Wohnhäuser eingestürzt. Sie wurden von einer Schlammlawine erwischt. Zwei Personen kamen dabei ums Leben. Nach den heftigen Regenfällen und Erdrutschen in der Nacht auf Montag mussten 300 Menschen evakuiert werden.

Besonders betroffen ist die Provinz Görz (Gorizia). In der Gemeinde Cormons sollen nach Angaben der Einsatzkräfte ein Haus gegen 5 Uhr von der Schlammlawine getroffen worden sein.

Ein 32-jähriger Deutscher und eine ältere Frau wurden zunächst vermisst. Der Deutsche soll versucht haben, die 83-jährige Nachbarin in Sicherheit zu bringen, als das Gebäude zusammenbrach. Der aus München stammende Mann lebte seit einiger Zeit in Cormons und betrieb in der auch bei österreichischen Touristen beliebten Weingegend ein Lokal. Nach einer mehrstündigen Suchaktion wurde seine Leiche von der Feuerwehr geborgen. Auch für seine Nachbarin kam jede Hilfe zu spät.

Eine Person wurde lebend aus den Trümmern geborgen und mit einer Beinfraktur ins Krankenhaus von Udine gebracht.

Nahe der Ortschaft Cascina Rinaldi befreiten Einsatzkräfte einen älteren Mann aus seinem Auto, das in einen Graben gestürzt war. Der Wagen begann sich bereits mit Wasser zu füllen, wie die Rettungskräfte berichteten.

200 Einsätze
Seit Sonntagabend sorgt das Unwetter in großen Teilen zwischen den Provinzen Udine und Görz für Schäden. Feuerwehr und Zivilschutz sind mit Dutzenden Kräften im Einsatz; zusätzlich wurde Unterstützung aus der Nachbarregion Venetien angefordert. Die Feuerwehr musste rund 200 Mal ausrücken, überwiegend wegen überfluteter Keller, Wohnungen und Gewerberäume.

In der Gemeinde Romans d ́Isonzo in der Provinz Görz trat der Fluss Torre über die Ufer. Viele Menschen mussten auf den Dächern ihrer Häuser Zuflucht suchen. 300 Personen wurden evakuiert. Die Region Friaul rief den Unwetternotstand aus. „Wir hatten mit heftigen Niederschlägen gerechnet, wir dachten jedoch nicht, dass die Auswirkungen so verheerend sein würden, was zum Großteil auf starken Schirokko-Wind zurückzuführen ist“, betonte der Beauftragte der Region Friaul für den Zivilschutz Riccardo Riccardi.

Unwetter tobten am frühen Dienstag auch in anderen Regionen Italiens, vor allem in Ligurien und in der Toskana. In der Gemeinde Pietrasanta kam es am Montag zu Schlammlawinen, die mehrere Autos verschütteten, niemand wurde verletzt.

Meteorologen erwarten, dass der atlantische Tiefdruckeinfluss noch bis zum späten Vormittag anhält. Für den Abend wird eine Kaltfront aus Österreich erwartet. An der friaulischen Küste wird mit starkem Wind, Hochwasser und Sturmfluten gerechnet. Die Schneefallgrenze in den Alpen soll von 2000 auf etwa 1000 Meter sinken.

Dammsystem MOSE in Venedig aktiviert
Unwetter tobten am Montag auch in anderen Regionen Italiens, vor allem in Ligurien und in der Toskana. Venedig hat am Montag die Aktivierung des Dammsystems MOSE beschlossen, um die Lagunenstadt vor einer Überflutung zu schützen.

Der Pegel erreichte wegen des Schirokko-Windes einen Stand von etwa 110 Zentimetern über dem Normalstand, wie die Gemeinde mitteilte. Die 78 Barrieren an drei Wasserstraßen der Lagune könnten auch in den kommenden Tagen aktiv bleiben, da heftige Regenfälle erwartet werden, berichteten die Behörden.

Meloni dankt Rettungskräften
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat mit dem Präsidenten der Region Friaul-Julisch Venetien, Massimiliano Fedriga, telefoniert, um sich über die schwere Unwetterlage in der Region zu informieren. Die Regierungschefin verfolge die Entwicklung in der Region mit großer Aufmerksamkeit, hieß es in einer Presseaussendung von Melonis Büro. Die Regierungschefin sprach den betroffenen Gemeinden ihre Anteilnahme aus und dankte den Rettungskräften.

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