09.03.2020 13:33 |

Zahlreiche Verstöße

Illegale Teigtascherl: Noch mehr Fabriken entdeckt

Für viel Aufsehen haben im Vorjahr - wie berichtet - illegal produzierte und unter teils überaus unhygienischen Bedingungen hergestellte Teigtascherln in der Bundeshauptstadt gesorgt. Wie nun bekannt wurde, war die Finanzpolizei in Wien noch weitaus öfter fündig geworden als bislang bekannt. Elf heimliche Fabriken sowie zwei Vertriebsstätten wurden bei insgesamt 18 Kontrollen seitens der Finanzpolizei entdeckt. Insgesamt 3,95 Tonnen Lebensmittel wurden beschlagnahmt.

Die Kontrollen waren im Zeitraum zwischen Juli und Ende Oktober 2019 durchgeführt worden, wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag bestätigte. Bei den Produktionsstätten handelte es sich sowohl um Wohnungen als auch um China-Restaurants, sagte der Ministeriumssprecher. Im Zuge der Ermittlungen sei außerdem ans Tageslicht gekommen, dass die gefertigten Teigtaschen in China-Restaurants und auch bei China-Nudel-Imbissen verkauft worden waren.

Zahlreiche Verstöße, auch Festnahmen
In Summe wurden seitens der Finanzpolizei 61 Personen kontrolliert, davon waren 37 ausländische Staatsangehörige. Geahndet wurden dabei 20 Verstöße gegen die Bestimmungen des Ausländerbeschäftigungsgesetzes und wegen Lohn-und Sozialdumpings bzw. Verstößen wegen nicht korrekt zur Sozialversicherung angemeldeter Personen, hieß es. Auch kam es zu Festnahmen mehrerer Personen, die sich illegal in Österreich aufhielten. Einige ausländische Staatsbürger mussten zwecks Identitätsfeststellung und Befragungen auf Polizeidienststellen gebracht werden, hieß es weiters.

In Summe wurden laut Finanzministerium Strafen in der Höhe von 37.610 Euro beantragt. Darüber hinaus leitete das Finanzamt bei einigen Betrieben Steuerprüfungen ein, die noch laufen. Ein Detail am Rande: In einem Fall entdeckten die Beamten einen Stromdiebstahl. Daraufhin demontierte ein Mitarbeiter der Wien Energie den Stromzähler.

Knapp vier Tonnen Lebensmittel beschlagnahmt
Auch das Wiener Marktamt war in die Kontrollen involviert. Insgesamt kam es zu acht Anzeigen wegen Verstößen gegen die Gewerbeordnung und die Hygienevorschriften. Zusätzlich wurden 3,95 Tonnen Lebensmittel beschlagnahmt, berichtete ein Sprecher.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) kündigte in einem schriftlichen Statement an, dass er die Thematik ernst nehme. „Diese Kontrollen werden selbstverständlich auch weiterhin stattfinden, um gegen Lohn- und Sozialdumping und extrem unhygienische Bedingungen bei der illegalen Lebensmittelproduktion rigoros vorzugehen.“

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