Binnen weniger Stunden wurde aus einem Plan eine Rettungsmission: Zwei Maschinen der Austrian Airlines holten 450 Österreicher aus Krisenregionen in der Nähe des Iran nach Hause. Piloten, Crew, Militär und Krisenstäbe arbeiteten unter Hochdruck – und unter ihnen auch ein Gesicht aus dem Fernsehen.
Wenn in einem fremden Land plötzlich ein Flugzeug mit rot-weiß-roter Heckflosse auf das Rollfeld rollt, bedeutet das für viele Menschen nur eines: Jetzt geht es nach Hause. Für mehr als 450 Österreicher wurde dieser Moment Realität. Zwei Sonderflüge der Austrian Airlines – ein Airbus A320 nach Maskat (Oman) und eine Boeing 777 nach Riad (Saudi-Arabien) – brachten sie sicher zurück nach Wien. Flüge, die so nie im regulären Flugplan vorgesehen waren, sondern innerhalb kürzester Zeit organisiert werden mussten.
Enormer Aufwand hinter Rettung
Hinter dieser Rettungsmission stand eine enorme logistische Leistung: Innerhalb von weniger als 24 Stunden mussten Flugzeuge bereitgestellt, Crews organisiert und Genehmigungen eingeholt werden. Gleichzeitig liefen im Hintergrund Krisensitzungen, teilweise mehrmals täglich. Der Grund: Lufträume waren eingeschränkt, Flughäfen konnten kurzfristig schließen und Genehmigungen sich plötzlich ändern. Auch die Passagiere mussten erst zu den Abflughäfen gebracht werden, oft über viele Stunden und über Grenzen hinweg.
Natürlich gibt es Momente erhöhter Anspannung, besonders beim Abflug aus einem Krisengebiet.

Johann-Philipp Spiegelfeld
Bild: Zwefo
TV-Gesicht hinter dem Steuer
Im Cockpit der Maschinen saß unter anderem Johann-Philipp Spiegelfeld, vielen Österreichern auch aus dem Fernsehen bekannt. „Es erfüllt mich mit Verantwortung und Mitgefühl“, beschreibt er seine Gedanken vor dem Start der Heimholflüge. Dass einige Passagiere ihn sogar aus dem TV erkannten, sorgte für kurze Überraschungsmomente. „Natürlich gibt es Momente erhöhter Anspannung, besonders beim Abflug aus einem Krisengebiet“, sagt Spiegelfeld. „Aber wir verlassen uns auf unsere Ausbildung und auf das Team.“
Auch in der Kabine spürte man diese besondere Atmosphäre. Purserin Bernadette Rockmann erinnert sich an die ersten Minuten beim Boarding: „Sobald die Passagiere die Maschine sehen, ist ihnen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.“ Beim Einsteigen spielt traditionell der Donauwalzer – ein kleines Stück Österreich mitten in der Fremde. Viele Passagiere sind emotional, manche kämpfen mit Tränen. Ein kleiner Passagier begrüßte die Crew mit den Worten: „Ich schaff das locker, ich bin ja schon groß!“
Viele Reisende erschöpft und psychisch belastet
Damit solche Rückholaktionen überhaupt stattfinden können, braucht es ein enges Zusammenspiel vieler Organisationen. Das österreichische Jagdkommando unterstützt bei der Einschätzung der Sicherheitslage und organisiert gemeinsam mit Botschaften und dem Außenministerium Transporte sowie Grenzübertritte. Entscheidungen müssen oft innerhalb kürzester Zeit getroffen werden, wenn sich ein Zeitfenster für einen Flug öffnet. Auch medizinisches Personal begleitet die Missionen, denn viele der Heimkehrer sind nach Tagen oder sogar Wochen der Unsicherheit erschöpft oder psychisch belastet.
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