21.07.2010 12:58 |

In nur einem Jahr

Entminungsdienst barg 28 Tonnen Kriegsmunition

Der Entminungsdienst des Innenministeriums hat 2009 fast 28 Tonnen sprengkräftige Kriegsmunition geborgen. Neben 32 Bombenblindgängern handelte es sich um mehr als 2.000 Granaten, über 40 Panzerfäuste und 20 Minen. Die 15 sachverständigen Mitarbeiter des Dienstes absolvieren pro Tag drei bis fünf Einsätze, sagte deren Chef Willibald Berenda am Mittwoch. Ein großer Teil der Relikte wird im Zug von Bauarbeiten entdeckt.

Bei den meisten Einsätzen handelt es sich um Routinearbeiten, spektakuläre Fälle - wie zuletzt im Juni, als nach der Entdeckung eines Fliegerbomben-Blindgängers an der Alten Donau in Wien zwei Bäder evakuiert wurden - sind eher selten.

"Noch 300 Jahre Arbeit"
Österreich ist durchaus reich an explosiven Erinnerungen an die Vergangenheit: "Hochrechnungen von Firmen zufolge soll es vom Bodensee bis zum Neusiedler See noch rund 10.000 Fliegerbomben-Blindgänger geben. In diesem Fall haben wir noch 300 Jahre Arbeit", meinte Berenda. Der Großteil dieser Blindgänger verfügt über Aufschlagzünder, weit gefährlicher sind jedoch Fliegerbomben mit Langzeitzündern. Solche würden laut Berenda statistisch gesehen einmal pro Jahr entdeckt.

Bomben sogar auf Gletscher
Zu finden sind Kriegsrelikte an Orten jeder Art: kleinere als "Erbschaft" im Keller oder auf dem Dachboden, im Erdreich, "eingewachsen" in Bäume - und sogar im "Ewigen Eis". So wurden auf dem Hallstätter Gletscher im Dachstein-Massiv bereits einige Bomben, Notabwürfe aus dem Zweiten Weltkrieg, entdeckt. Zur Bergung wird in einem solchen Fall ein Hubschrauber eingesetzt, der den Blindgänger ins Tal bringt, wo er von einem Transportfahrzeug des Entminungsdienstes übernommen und zur Sprengung auf den Truppenübungsplatz Allentsteig gebracht wird.

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