03.03.2020 13:06 |

Nun Fälle aus Ausland

Immer mehr Chinesen kehren an Arbeitsplätze zurück

Nahezu 300 Millionen Menschen sind in China seit der dortigen verlängerten Neujahrspause an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt. Reisebeschränkungen werden zurückgenommen, kleine Firmen hätten laut Reuters aber noch Schwierigkeiten, genügend Arbeitskräfte zu finden. Unterdessen meldete das Land nicht nur ein Rekordtief bei neuen Erkrankungen, sondern erste Probleme mit aus dem Ausland eingeschleppten Fällen. So seien acht Chinesen, die in der norditalienischen Lombardei gearbeitet hätten, in China positiv auf das Virus getestet worden. Vier weitere seien aus dem Iran nach Hause zurückgekehrt, einer habe SARS-Cov-2 von Großbritannien über Hongkong ins südchinesische Shenzhen gebracht.

Chinas Behörden vermeldeten am Dienstag ein Rekordtief bei der Ausbreitung des Coronavirus. Am Montag wurden im ganzen Land 125 neue Coronavirus-Fälle bestätigt, was der niedrigste Wert seit der Veröffentlichung landesweiter Statistiken im Jänner ist. Auch die Zahl der Todesopfer sank auf 31. Erneut wurden alle Todesfälle im Epizentrum der Krankheit verbucht, der Provinz Hubei. Die grippeähnliche Epidemie hat bisher laut offiziellen Angaben 2934 Menschen getötet und mehr als 80.000 im ganzen Land infiziert.

Immer mehr Menschen kehren in die Orte zurück, in denen sie arbeiten
Da die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen stark zurückging, lockerten die Behörden die Reisebeschränkungen. In 18 Regionen wurden zudem am Montag die Notfallmaßnahmen gesenkt. Immer mehr Unternehmen nehmen ihre Geschäftstätigkeit nun wieder auf. Daten des Verkehrsministeriums zeigen, dass in der Vorwoche, der dritte Wochen nach der verlängerten Mond-Neujahrspause, durchschnittlich 15,8 Millionen Passagiere pro Tag aus ihren Heimatstädten in die Orte zurückgekommen sind, in denen sie arbeiten: insgesamt fast 300 Millionen Menschen.

Etwas finsterer als noch im Vorjahr dürfte es in China vorerst aber noch bleiben. Eine Nachtlicht-Stichprobe der iChina Merchants am 28. Februar zeigte basierend auf 143 Industrieparks im ganzen Land, dass nur in etwas mehr als der Hälfte gearbeitet wurde. Voriges Jahr wurde in mehr als 80 Prozent gearbeitet.

Tägliches Passagieraufkommen in U-Bahnen steigt wieder
Zudem deuten zunehmende Verkehrsströme in Großstädten auch auf mehr Pendler im ganzen Land hin. In den Großstädten herrscht seit Montag wieder deutlich mehr Verkehr. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind wieder stärker frequentiert. Das durchschnittliche tägliche Passagieraufkommen in U-Bahnen im ganzen Land erreichte vorige Woche 10,2 Millionen. Das entsprach einem Anstieg von zwei Dritteln gegenüber der Woche zuvor.

Von den 33 chinesischen Städten mit U-Bahnen gibt es nur mehr in drei Beschränkungen. Betroffen sind noch Wuhan, von aus sich das Virus ausbreitete, Wenzhou im Produktionszentrum Zhejiang und Urumqi im Nordwesten von Xinjiang.

Luftqualität gestiegen, doch Kohleverbrauch nimmt wieder zu
Luftqualitätsmessungen zeigten zuletzt, dass Chinas Industrieemissionen weit unter dem Normalwert blieben. Das ging aus zwei Satellitenbildern hervor, die die US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichte. „Das ist das erste Mal, dass ich für ein bestimmtes Ereignis einen so dramatischen Rückgang über ein so weites Gebiet sehe“, sagte Fei Liu, ein Luftqualitätsforscher am Goddard Space Flight Center der NASA. Der tägliche Kohleverbrauch in sechs großen Kohlekraftwerken in ganz China nimmt jetzt aber zu. Mit 450.700 Tonnen am Montag gab es den höchsten Stand seit fünf Wochen.

Chinas Spitzenbeamte forderten die lokalen Behörden auf, alles zu tun, um Unternehmen bei der Wiederaufnahme der Produktion zu unterstützen. Dazu gehören die Gewährung billiger Kredite und eine Vereinfachung der Bürokratie.

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