29.02.2020 06:00 |

Geschäfsführer trat ab

Nach Asbest-Wirbel gehen in Frohnleiten Wogen hoch

Nachdem die Müll- Deponie in Frohnleiten zuletzt wegen möglicher überhöhter Asbest-Lagerungen in den Schlagzeilen war, erklärte nun der Geschäftsführer den Rücktritt.

Vor den Gemeinderatswahlen geht’s in Frohnleiten gehörig zur Sache: Nachdem die schmucke Stadtgemeinde zuletzt wegen möglicher überhöhter Asbest-Lagerungen auf der örtlichen Mülldeponie in den Schlagzeilen war und dies sogar den Landtag beschäftigte (siehe Geschichte unten), nahm nun der Geschäftsführer der Deponiebetreibergesellschaft den Hut.

„Ich habe damit aus den politisch motivierten Angriffen gegen meine Person die Konsequenzen gezogen - ich habe diese versuchte Demontage nicht notwendig“, sagt Johannes Novak in Richtung ÖVP-Bürgermeister Johannes Wagner. „Er hat immer wieder gegen meine Person interveniert, hat sogar persönliche Unterlagen an die Ziviltechniker Kammer weitergeleitet - die sah dennoch keine Unvereinbarkeit zwischen meiner Tätigkeit in Frohnleiten und meinem Unternehmen. Ich vermute deshalb, dass es daran liegt, dass ich gewisse Dinge aus der Vergangenheit aufgearbeitet und ans Licht gebracht habe.“

Erlaubte Asbest-Mengen überschritten?
Laut dem Kärntner sei die erlaubte Menge an Asbest auf der Frohnleitner Deponie nämlich „zu gewissen Zeiten“ überschritten worden - „ich verstehe einfach nicht, warum man die Vergangenheit nicht aufarbeiten will.“ Bei einer behördlichen Untersuchung konnten für diese Überschreitung allerdings keine Beweise gefunden werden. „Aber eine Behörde kontrolliert ja nur stichprobenartig “

Für den Bürgermeister war der Rücktritt von Novak jedenfalls keine Überraschung: „Er ist damit der Aufsichtsbehörde nur zuvorgekommen. Es ist schlichtweg nicht vereinbar, wenn unser Geschäftsführer die Konkurrenz begutachtet“, sagt Johannes Wagner. Dass er gegen den nunmehrigen Ex-Geschäftsführer interveniert hat, weist der Stadtchef brüsk zurück: „Das ist absoluter Blödsinn. Fakt ist, dass Frohnleiten seit seiner Tätigkeit immer wieder in den Medien war und Internas nach Außen getragen worden sind. Eine etwaige Unvereinbarkeit als Eigentümervertreter zu hinterfragen, ist wohl mein gutes Recht.“

Für Wagner sind alle „Dinge aus der Vergangenheit“ aufgeklärt, auch die Asbest-Vorwürfe seien von der zuständigen Landesrätin entkräftet worden.

Neuer Geschäftsführer
Der Geschäftsführerposten für die Deponie ist jedenfalls mittlerweile ausgeschrieben - interimistisch hat die Leitung nun Herbert Pöcheim (Baumeister aus Pernegg) übernommen. „Ziel war es, so schnell wie möglich und im Sinne des Unternehmens einen neuen Geschäftsführer zu finden und mit dieser Lösung haben wir gleichzeitig auch die Handlungsfähigkeit gewährleistet“, sagt Hermann Talowski, Stadtrat und Aufsichtsratvorsitzender der Deponiebetreibergesellschaft ABEZ.

Deponie bleibt Thema im Landtag
Bereits bei der letzten Landtagssitzung im Februar war die Asbest-Frage eines der bestimmenden Themen. Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) verwies damals auf regelmäßige Kontrollen in Frohnleiten und das bis dato keine Mängel festgestellt wurden. Lediglich der Leiter der Eingangskontrolle wurde nach formellen Bedenken ausgetauscht.

Die FPÖ will in dieser Causa jedenfalls nicht locker lassen. „Der Rücktritt des Geschäftsführers der Mülldeponie Frohnleiten ist gerade in dieser angespannten Zeit ein weiteres Indiz dafür, dass unsere Kritik stets berechtigt war“, stellt der Landtagsabgeordnete Stefan Hermann klar.

Mit einer schriftlichen Anfrage will man nun nächste Woche den aktuellen Stand der behördlichen Erhebungen abfragen. Hermann: „Wir werden mit unseren Initiativen weiterhin dafür sorgen, dass endlich Licht in diese undurchschaubare Causa kommt.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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