26.02.2020 16:22 |

Munitionslager-Räumung

Schweizer Dorf zittert vor jahrelanger Evakuierung

Wegen der Räumung eines unterirdischen Munitionslagers aus dem Zweiten Weltkrieg müssen die Bewohner des betroffenen Dorfes im Berner Oberland womöglich für ein Jahrzehnt wegziehen. Laut Angaben des Schweizer Verteidigungsministeriums ist das Risiko für die 170 Dorfbewohner zu groß. Alleine die vorbereitenden Arbeiten dürften mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Bereits 1947 war die Hälfte des in dem Schacht gelagerten Arsenals explodiert, neun Menschen - darunter drei Kinder - kamen ums Leben. Die Gefahr einer weiteren Explosion in dem Lager sei jahrzehntelang unterschätzt worden, teilte das Ministerium nun mit. In dem ehemaligen Bahnstollen in Mitholz im Kanton Bern lagern dem Ministerium zufolge immer noch 3500 Tonnen Munition. Das Depot ist teilweise eingestürzt, ein Teil der darin gelagerten Waffen ist unter Felsbrocken.

Um mit der Räumung überhaupt beginnen zu können, müssen unter anderem Straßen umgeleitet und eine Bahnlinie mit speziellen Schutzvorrichtungen überdacht werden. Je nach Fortschritt der Arbeiten könne die notwendige Evakuierung des Ortes sogar mehr als ein Jahrzehnt andauern. Die gelagerten Explosivstoffe könnten laut optimistischen Schätzungen frühestens 2031 aus dem Schacht geholt werden.

Sollte Räumung scheitern, kommt dicke Gesteinsschicht
Das Verteidigungsministerium schätzt die Räumungskosten auf rund eine Milliarde Franken (ca. 940 Millionen Euro). Es sind mehrere Notfallvarianten vorgesehen. Auch der schlimmstmögliche Fall, dass nicht komplett geräumt werden kann, wurde berücksichtigt. Dann planen die Behörden, die Munitionsdepots einfach mit einer dicken Gesteinsschicht zu überdecken.

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