Ermittlungen laufen

„Ekelerregende Zustände“ in Eier-Betrieb in NÖ

„Ekelerregende Zustände“ sollen in einem eierverarbeitenden Betrieb in Niederösterreich herrschen. Eier minderer Qualität sollen verwendet und nicht korrekt deklariert worden sein, sogar von Maden- und Schimmelbefall ist die Rede. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat Ermittlungen wegen Betrugs aufgenommen.

Ins Rollen gebracht hatte den Fall die Anzeige eines Privatdetektivs aus Oberösterreich. Dieser hatte Fotos, Unterlagen und Videomaterial gesammelt und Medien zugespielt. Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ etwa schilderten von desaströsen Zuständen in der besagten Firma, die das übermittelte Bildmaterial offenbar dokumentiert. „Rohe Eier, aus denen Maden kriechen und an denen Schimmel haftet. Dotter, die eigelb sein müssten, aus denen aber pechschwarze Flecken hervorstechen, dazu bestialischer Gestank.“ Eier würden über Monate hinweg gelagert, heißt es seitens des Blattes.

Faule Schalen von Eiern sollen ebenfalls weiterverarbeitet worden sein, zu Flüssigware für Kunden in Industrie- und Gewerbebetrieben, die daraus Nudeln und dergleichen herstellen oder das Flüssigei für die Zubereitung für Eierspeis beim Frühstücksbuffet verwenden.

Den Medienberichten zufolge hat auch die Staatsanwaltschaft in München nach der Anzeige des Privatdetektivs Voruntersuchungen eingeleitet. Käufer der Eiprodukte befänden sich auch in Deutschland, diese könnten Betrugsopfer geworden sein.

Vorwürfe wegen Etikettenschwindel
Vorwürfe würden auch in Richtung Etikettenschwindel gehen, wie auch die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb. Das Unternehmen verarbeite je nach Kundenwunsch Freilandeier, Bodenhaltungs- oder importiere Eier aus Käfighaltung. Geprüft werde, ob Freilandei-Produkten etwa auch Käfig-Eier untergemischt werden. Den Medienberichten zufolge hat auch die Staatsanwaltschaft in München nach der Anzeige des Privatdetektivs Voruntersuchungen eingeleitet. Käufer der Eiprodukte befänden sich auch in Deutschland.

„Speziell gegenüber Medienvertretern keine Stellungnahme“
Das niederösterreichische Unternehmen war am Donnerstag zu keiner Stellungnahme bereit. Auf Anfrage hieß es, dass es „speziell gegenüber Medienvertretern keine Stellungnahme“ geben werde.

Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, befand in einer Reaktion, dass der Fall „mit einer verpflichtenden Deklaration nach Herkunft und Tierwohl“ wohl „viel früher aufgefallen“ wäre. Er richtete eine Forderung an die Politik, „unmittelbar das Thema Kennzeichnung ganz oben auf die Agenda zu setzen“. Auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten sprach sich für eine klare und flächendeckende Kennzeichnungspflicht aus. 

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