17.02.2020 16:05 |

Nummer eins der Charts

Zensur? Dieser deutsche Rapper ist Ö3 zu böse

In der Vorwoche hatte der Hamburger Rapper Gzuz die Spitze der „Austria Top 40“ erklommen - sprich: Er war jener Künstler, der in Österreich die meisten Singles verkaufte. Konkret seinen Song „Donuts“. Doch Ö3 spielte den Song einfach nicht. Zu kontroversiell, hieß es. Jetzt werden Vorwürfe laut, das „Hitradio“ würde den Deutsch-Rap boykottieren, ein Genre, das zwar nicht unumstritten ist, aber dennoch immer wieder die Verkaufscharts dominiert.

„Ficke die Staatsgewalt“, „Baller die Alte im Porsche weg“, „Lass den Drogenfahnder sehn, wie man durch Drogenhandel lebt“ - für Zartbesaitete sind Gzuz‘ Texte wohl eher nicht gedacht. Auch das Video zu seinem aktuellen Hit „Donuts“ sorgte für Kontroversen, weil neben viel nackter Damen-Haut auch zu sehen ist, wie er einen Pitbull am Genick hochhebt und herumträgt.

Obwohl oder vielleicht gerade weil er provoziert, erklomm der Rapper aus Hamburg vergangene Woche die Spitze der österreichischen Verkaufscharts. Ö3 entschied dennoch, den Song in „Österreichs offizieller Chartshow“ nicht zu spielen. „Im Wissen um die schwierige Grenzziehung bekennen wir uns dazu, besonders auffällige und kontroversielle Songs intern zu diskutieren und von Fall zu Fall zu entscheiden, sie wegen des Textes oder wegen der musikalischen Arrangements nicht zu spielen“, lautet das Statement des Senderchefs Georg Spatt gegenüber der „Presse“.

Auch andere Deutsch-Rapper nicht gespielt
Gzuz‘ Schicksal teilt übrigens sein Rap-Kollege Capital Bra. Sein Song „110“ wurde ebenfalls nicht gespielt, dafür aber seine aktuelle Nummer „Baby“, die er unter seinem Alter Ego Joker Bra veröffentlicht hat - und mit der er am Sonntagabend die aktuellen „Austria Top 40“ anführte.

„Heute“ berichtete, man habe bei Ö3 insgesamt zehn Songs aus der Top-Wertung der verkauften Singles in Österreich nicht gespielt - allesamt Deutsch-Rapper, unter ihnen der aus Wien stammende RAF Camora.

Dass man sich damit eventuell einem Publikum verschließt, das eben genau diese Songs kauft, sieht man bei Ö3 nicht so. Verwechseln dürfe man vor allem nicht, dass die Charts nicht repräsentativ für die Playlist des Senders seien, denn - und das ist auch durchaus interessant - viele Radiohörer würden immer schon relativ wenigen Musikkäufern gegenüberstehen, hieß es vom Sender via Aussendung. Also: Die Wenigen, die kaufen, entscheiden damit die Charts. Die Vielen, die das „Hitradio“ hören, teilen aber, wenn man so will, nicht unbedingt deren Geschmack.

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