Population explodiert

Das Kreuz mit dem Biber

Putzige Pein: Es ist noch nicht einmal Frühling, da florieren die heimischen Biberbestände. Vor allem im Mostviertel werden die Nager bereits jetzt zur Plage – erste Wege für Wanderer sind gesperrt. Naturschützer sorgen sich zudem um Bäume in den Auwäldern rund um Waidhofen an der Ybbs. Guter Rat ist offenbar teuer

Hundert Jahre lang galt der Biber in Österreich als ausgestorben: Doch ab den 1970ern wurden Dutzende Exemplare ausgewildert, um den Missstand zu beheben. Heute geht es dem Nager hierzulande gut. Zu gut, wie Kritiker meinen. Denn an den Ufern der Ybbs vermehren sich die Biber derzeit ungehemmt, richten mitunter große Schäden an den Wäldern an. Etliche Wege mussten wegen Gefahr im Verzug bereits gesperrt werden. „Angenagte Stämme könnten jederzeit umstürzen“, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Beobachter der Lage ist Karl Piaty, der seit 2018 auf die Gefahr durch die Tiere aufmerksam macht. „Damals haben sich die ersten Biber gegenüber dem Schlosshotel niedergelassen.“ Beschwerden von Anrainern blieben indes ohne Erfolg. Betroffene hoffen jedoch, dass sich die Lage hier nicht so sehr zuspitzt wie im benachbarten Erlauftal. „Innerhalb weniger Jahre haben die Biber alle flussnahen Weiden abgeholzt und machen sich jetzt sogar über Parkbänke an Fischteichen her“, sagt Piaty. Für den Naturfreund ist klar: Um die Auwälder zu schützen, müssen große Bäume mit Drahtgeflecht umhüllt werden. Aber es gibt auch erste Stimmen, die bereits einen Abschuss der Nager fordern.

Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

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