11.02.2020 19:45 |

Vier Männer verhaftet

Festnahmen nach Journalisten-Mord in Nordirland

Nach der Tötung der Journalistin Lyra McKee bei Ausschreitungen im nordirischen Derry im April 2019 hat die Polizei am Dienstag vier Männer festgenommen. Die Verdächtigen im Alter von 20, 27, 29 und 52 Jahren seien am Morgen in der Grenzstadt zwischen Irland und Nordirland gefasst worden, teilte die Polizei mit. Sie würden nun in Belfast festgehalten.

McKee war am 18. April 2019 am Rande von schweren Ausschreitungen im katholischen Teil Derrys, das von den Protestanten Londonderry genannt wird, erschossen worden. Die Journalistin wurde nach Polizeiangaben getroffen, als jemand auf Polizisten schoss. Die Polizei hatte die Ermittlungen von Beginn an als terroristischen Vorfall behandelt

Polizei bittet mögliche Zeugen um Aussage
Die paramilitärische Splittergruppe „New Irish Republican Army“ (IRA) bekannte sich anschließend zu dem tödlichen Schuss und gab an, die Frau habe „neben feindlichen Kräften“ gestanden. Damit bezog sich die Gruppe auf die Polizei. Die Polizei forderte Zeugen am Dienstag erneut auf, sich mit Informationen an die Beamten zu wenden.

Polizei fordert Handyvideos aus der Tatnacht an
„Ich habe immer geglaubt, dass bestimmte Leute wissen, was passiert ist und wer verwickelt ist“, sagte Polizeivertreter Jason Murphy. Er verstehe, dass die Zeugen möglicherweise Angst hätten, mit der Polizei zu sprechen. Er versicherte aber zugleich, deren Anonymität zu wahren und erinnerte daran, dass viele Menschen in der Tatnacht Videos mit ihren Handys gemacht hätten, die sie der Polizei für ihre Ermittlungen zur Verfügung stellen sollten. 

Mord erinnerte an Nordirland-Konflikt
Der gewaltsame Tod der 29-jährigen Journalistin hatte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts geweckt, in dem rund 3500 Menschen getötet wurden. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft. 

Die Polizei hatte zunächst im April 2019 zwei Männer verhaftet, die sie in Verbindung mit dem Mord an der McKee brachten. Sie wurden jedoch wenig später wieder aus der Haft entlassen, ohne das Anklage gegen sie erhoben werden konnte.

Derry war 1972 Schauplatz des „Bloody Sunday“. Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. Dabei wurden 14 Menschen getötet.

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