09.07.2010 09:35 |

Spatz in der Hand...

Gabriele Österreicher und ihr Vogelbaby

Das Spatzenkind war als dem Nest gefallen und dem Tode nahe, als Gabriele Österreicher es fand und aufpäppelte. Seitdem mischt der gefiederte Freund ihren Haushalt auf. Ob der kleine Kerl jemals in die Freiheit entfliegt?

Am 11.Juni fand meine Tochter Lisa vor unserer Terrassentüre einen vermeintlich toten Vogel. Er war rosa, ganz nackt und vielleicht ein oder zwei Tage alt. Ein paar Ameisen krochen schon auf ihm herum. Doch als ich hinausging und ihn "entsorgen" wollte, bemerkte ich, dass sich das Vogelbaby noch bewegte! Es war also noch gar nicht tot.

Ich hob das kleine rosa Vögelchen auf, putzte die Ameisen weg. Es war schon ziemlich kühl, bewegte sich nur mehr ganz zaghaft. Also wärmte ich es erst mal in meiner Hand und dann bereitete ich ihm ein kleines Nestchen, legte einen alten Socken hinein, darunter einen Thermofor und setzte das kleine Ding hinein. Dann holte ich unser Aufzuchtmittel, mischte eine kleine Portion an und zog sie mit einer Spritze auf. Mit einem weichen Gummiaufsatz versuchte ich, dem Vogerl etwas davon in den Schnabel zu geben - und siehe da, es riss den Schnabel auf und verlangte mehr! Also fütterte ich es, bis es satt war; dann schlief es wieder ein.

Ich nahm mir vor, den kleinen Vogel aufzupäppeln, was bei so extrem jungen Tieren  sehr schwierig ist. In der Nacht stellte ich mir alle zwei Stunden den Wecker, um den Thermofor wieder
zu erwärmen und den Vogel zu füttern! Am nächsten Morgen war ich ziemlich müde, aber unser "Vogi", wie wir es heute nennen, hat die Nacht überlebt! Ein kleines Wunder! Von nun an ging es bergauf mit Vogi: Er bekam kleine Stiftchen, die sich später zu Flügeln entwickelten und sein Köpfchen wurde schwarz. Jeden Tag konnte man beobachten, wie sich der kleine Vogel weiterentwickelte. Als er fünf Tage bei uns war, öffnete er zum ersten Mal die Augen, und
sah: Mich.

Offensichtlich betrachtete er mich von jetzt an als seine Mama. Er fraß jeden Tag brav sein Futter, das wir jetzt schon mit Heimchen ergänzten, damit er groß und stark werden konnte.
Mittlerweile ist unser kleiner Mitbewohner dreieinhalb Wochen alt und immer noch bei uns. Er ernährt sich jetzt auch schon von Sonnenblumenkernen, die er versucht aufzupicken, und von harter Semmel, Kuchenbrösel und was Spatzen eben fressen...

Er hat alle Federn hat sich toll entwickelt und ist ein richtiger kleiner Tyrann geworden! Also haben wir ihn mit seinem Käfig, in den er mittlerweile übersiedelt war, auf die Terrasse gestellt um ihm zu ermöglichen, wieder fortzufliegen. Schließlich ist er ja ein Spatz und kein Haustier - und wir wollten ihn ja nicht einsperren, sondern nur großziehen und dann wieder in die Freiheit entlassen!

Das ist aber offensichtlich gründlich schief gegangen. Er macht zwar Flugversuche und kleine Ausflüge in die Bäume, bleibt aber immer in der Nähe und wenn er mich sieht, fliegt er mir zu - ich strecke die Hand aus und er kommt angeflogen - oder er setzt sich auf meine Schulter... Sehr weit weg wagt er sich noch nicht. Vielleicht kommt das ja noch, wenn er größer ist, aber ich glaube, wir haben zu unsern vier Pferden und zwei Hunden nun noch ein Haustier - Vogi, unseren Spatzen!

Er flattert im Haus herum, sitzt auch bei meinem Mann oder bei meinen zwei Töchtern, die ihn auch schon richtig liebgewonnen haben. Er zwitschert munter und wenn er müde ist, schläft er in meiner Hand ein. Nur in der Nacht muss er in seinen Käfig übersiedeln, damit er auch vor den Hunden sicher ist. Wir werden noch weiter versuchen, ob er lieber in die Freiheit fliegen möchte. Falls nicht, darf er auch bei uns bleiben!

So haben wir einem kleinen Vogelbaby das Leben gerettet!

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