27.01.2020 14:53 |

Holocaust-Gedenktag

Österreichs Regierungsspitze sagt #WeRemember

Zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust beteiligt sich auch die österreichische Regierungsspitze an einer Gedenkkampagne in den sozialen Netzwerken. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und weitere Mitglieder der Regierung twitterten Fotos, auf denen sie Schilder mit der Aufschrift #WeRemember (Wir erinnern uns) hochhalten. Auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian machte mit. Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist indessen am Montag nach Polen gereist, wo er an der internationalen Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestags der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz teilnimmt.

„Am 27. Jänner gedenken wir der über sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Welt diese Gräuel niemals vergisst und entschlossen gegen alle Formen von Antisemitismus und Antizionismus ankämpft“, schrieb Bundeskanzler Kurz am Sonntagabend unter sein #WeRemember-Foto.

ÖVP-Parteikollege und Innenminister Karl Nehammer twitterte am Montag ebenfalls ein #WeRemember-Foto und schrieb dazu: „Wir müssen mit aller Konsequenz gegen den alten und neuen Antisemitismus ankämpfen. Es ist unsere Verantwortung, eine moderne Gedenkkultur weiterzuentwickeln, damit die schrecklichen Gräueltaten auch für kommende Generationen ein ewiges Mahnmal bilden.“

„Heute gedenken wir aller Opfer des Holocaust. Dieser Tag muss auch eine Mahnung an uns sein, weiterhin entschlossen gegen Antisemitismus & Rassismus anzukämpfen, damit sich derartige Gräueltaten niemals wiederholen!“, ist indes im Tweet von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) zu ihrem #WeRemember-Foto zu lesen.

„Es ist unsere Pflicht, die Geschichte zu kennen“
Bereits am Freitag hatten Vizekanzler Kogler sowie seine Grüne Regierungskolleginnen Alma Zadic, Rudolf Anschober und Ulrike Lunacek Tweets mit #WeRemember-Fotos versendet. „Nie wieder. Es ist unser aller Pflicht, die Geschichte zu kennen und heute geschlossen denen entgegenzutreten, die Rassismus und Antisemitismus salonfähig machen wollen. Denn der von den Nationalsozialisten organisierte Massenmord darf nie vergessen werden“, so Kogler.

„Die Geschichte hat gezeigt; das große Böse kommt in vielen kleinen Schritten. Die Shoah darf sich nicht wiederholen, und es liegt in unser aller Verantwortung, die Erinnerung wach zu halten und die Vorzeichen rechtzeitig zu erkennen“, schrieb Justizministerin Zadic.

Sozialminister Anschober forderte: „Wir müssen die Geschichte an künftige Generationen weitergeben und vereint gegen Hetze und Spaltung auftreten.“ Ähnlich äußerte sich auch Lunacek, die betonte: „Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen niemals vergessen werden.“

ÖGB-Präsident Katzian betonte: „Gewalt und Rassismus sind keine Phänomene der Vergangenheit, sondern tägliche Herausforderung. Niemals vergessen!“

Die bereits seit mehreren Jahren laufende Kampagne soll Bewusstsein schaffen, warum es wichtig ist, sich der Ereignisse vor mehr als sieben Jahrzehnten zu erinnern. Als Sinnbild für die Gräuel des Holocaust gilt das NS-Vernichtungslager Auschwitz, das am heutigen Tage vor 75 Jahren von Truppen der Roten Armee befreit wurde. Der Tag der Auschwitz-Befreiung wird seit dem Jahr 2006 weltweit als Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen.

Van der Bellen bei Gedenken in Polen
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Montag an der internationalen Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag in Polen teilgenommen. Für die Zeremonie waren Vertreter aus etwa 50 Staaten, darunter Israels Staatschef Reuven Rivlin, angereist. Rund 120 Auschwitz-Überlebende nahmen ebenfalls daran teil. „Es ist nicht leicht, Auschwitz zu besuchen“, sagte Bundespräsident Van der Bellen im Rahmen der Gedenkfeier. „Es ist nicht leicht, aber notwendig. Ich empfinde tiefes Entsetzen darüber, was hier Kindern, Frauen und Männern angetan worden ist.“

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Hitler-Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Auschwitz wurden Schätzungen zufolge mindestens 1,3 Millionen Menschen deportiert. 1,1 Millionen von ihnen wurden ermordet, davon 90 Prozent Juden. Die Nazis und ihre Helfershelfer ermordeten während des Holocaust insgesamt rund sechs Millionen Juden - darunter mehr als 65.000 Juden aus Österreich.

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