23.01.2020 11:37 |

Nach großer Aufregung

Minister stoppt Flüchtlingsspiele an Wiens Schulen

Mit Bändern gekennzeichnete Kinder, als Grenzbeamte Uniformierte, Asylverfahren im Klassenzimmer - wie berichtet, sorgen Flüchtlingsspiele an Wiener Schulen für Wirbel. Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ist das kein pädagogisch wertvolles Konzept: Er stoppt diese Spiele jetzt per Erlass.

Tausende Kinder mussten bereits die Leiden von Heimatvertriebenen nachstellen, um am eigenen Leib zu erfahren, wie es sich als Flüchtende anfühlt. Die Eltern wurden von diesen Aktionen in den Lehranstalten nicht informiert. „Warum auch?“, fragt einer der Anbieter solcher Asyl-Workshops im „Krone“-Gespräch.

Stellungnahme von Schule gefordert, Leiterin musste zum Appell
Die Bildungsdirektion reagiert auf ihre Weise: Die Lehranstalt müsse eine Stellungnahme über den Vorfall einbringen, die Leiterin zum Appell anrücken. Den Vorwurf, den sie sich gefallen lassen muss: Die Eltern wurden über die „Spiele“ nicht informiert. Zudem sei die Altersgruppe der Kinder, die Asylwerber spielen mussten, aus Sicht der Bildungsdirektion „fragwürdig“.

„Schüler zu verängstigen ist kein pädagogisches Konzept“
Die nächste Reaktion: Das Bildungsministerium unter Heinz Faßmann (ÖVP) beendet die Spiele! In Abstimmung mit der Bildungsdirektion Wien wird eine Untersuchung zu den Vorfällen an dem Wiener Gymnasium eingeleitet. Faßmann: „Seitens des Ministeriums wird sichergestellt, dass dieses Projekt mit sofortiger Wirkung eingestellt ist. Hier scheint eine Grenze überschritten worden zu sein. Schüler zu verängstigen, ist kein pädagogisches Konzept.“

Unterstützung erhält Faßmann von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP): „Ich finde es unverantwortlich und unverständlich, dass solche ,Spiele‘ an Wiener Schulen abgehalten und damit Ängste bei Kindern ausgelöst werden. Es ist richtig, dass Bundesminister Faßmann hier durchgreift.“

Michael Pommer, Kronen Zeitung

 krone.at
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