Debatte nach Absage

Trainer Assinger: „Das ist nicht nachvollziehbar“

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Mit Ortlieb, Monsen und Vonn kamen am Freitag bei der Abfahrt in Crans-Montana gleich drei von sechs Läuferinnen schwer zu Sturz – ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger konnte den Abbruch wegen schlechter Bodensicht dennoch „nicht nachvollziehen“.

Grund: Assinger führte die deutlich schwierigeren Sichtbedingungen vor zwei Wochen in Tarvis ins Treffen, als das Rennen durchgezogen worden war. „Da sind wir mit 110 km/h durch eine Nebelwand gefahren. Heute war das Licht bei Gott nicht so schlecht, dass man kein Rennen fahren kann. Teilweise waren es sicher Fahrfehler.“

(Bild: AFP/FABRICE COFFRINI)

Dass der Abbruch wegen des angeblich flachen Lichts „nicht nachvollziehbar“ sei, habe er bei der Mannschaftsführersitzung am Abend wie auch die Kollegen aus Deutschland und der Schweiz deponiert, berichtete Assinger. „Aber letztendlich hat die Jury so entschieden, das muss man dann eh akzeptieren.“

  Svindal unterstützte den Abbruch: „Ich glaube, es war von der FIS eine gute Entscheidung.“ Verständnis hatte auch Ortlieb. „Die Sichtbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Das hilft natürlich nicht, wenn die Piste so unruhig ist. Wenn die beste Skifahrerin auch scheitert, dann zeigt das schon, dass die Piste momentan sehr anspruchsvoll ist.“ In den vergangenen Tagen hätten sich durch den Neuschnee einige Wellen aufgebaut, erklärte Gerdol. Für den Super-G sollte das aber kein Problem mehr sein.

Gedenken an Brandkatastrophe
Kurz war es auch ein Thema gewesen, die Abfahrt bereits am Sonntag, wenn auf einem anderen Hang auch die Männer in Crans-Montana ihre Olympia-Generalprobe absolvieren, neu auszutragen. Das Thema war am Freitagabend aber vom Tisch. „Es ist halt ein Freiluftsport. Es tut mir für den Ort an sich leid“, betonte Assinger. „Wir hätten gerne eine Show geboten. Dass das jetzt so endet, war nicht geplant von allen.“ Es gebe aber noch ein Frauen- und ein Männer-Rennen. „Ich bin mir sicher, dass wir da noch ein bisschen ein Lächeln in die Ortschaft bringen können.“

Der WM-Ort des kommenden Jahres war zu Silvester von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht worden. Vor dem Start der Frauen-Abfahrt war eine Gedenkminute für die Opfer abgehalten worden. Die Hoffnung, dem Ort mit den Rennen etwas Positives zu bringen, erfüllte sich am Freitag vorerst nicht. „Mir tut es leid für die Zuschauer. Wir hatten gehofft, ihnen eine positive Energie zu übermitteln“, sagte Ortlieb. „Das ist nicht das, was wir zeigen wollten.“

Ähnlich äußerte sich der Schweizer FIS-CEO Urs Lehmann: „Es war die Absicht, hier mit einer respektvollen, wertschätzenden Tonalität auch so ein Memorial zu machen für die Tragödie vor einem Monat in Crans-Montana. Das ist leider nicht aufgegangen. Es ist wirklich schade.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

KMM
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt