23.01.2020 10:09 |

Ibiza noch ausgespart

Korruption: Österreich im Index leicht verbessert

Österreich hat seine Position im globalen Korruptionsindex von Transparency International leicht verbessert. Im am Donnerstag veröffentlichten Ranking 2019 liegt unser Land auf dem zwölften Platz - dies allerdings nur, weil die Ibiza-Turbulenzen erst im nächsten Index schlagend werden. Von der neuen Regierung erwartet die Organisation die rasche Umsetzung des angekündigten Transparenzpakets.

Für den Korruptionswahrnehmungsindex wertet Transparency jährlich Länderanalysen von NGOs, Stiftungen und Unternehmensberatungen aus und befragt Manager und Experten international tätiger Unternehmen. Ein Wert von 0 Punkten steht für umfassende Korruption, 100 bedeutet, dass keine Korruption wahrgenommen wird.

Österreich kommt hier aktuell auf 77 Punkte - gleichauf mit Kanada, Großbritannien und Australien. Spitzenreiter sind Dänemark und Neuseeland mit 87 Punkten vor Finnland (86) und der Schweiz (85). Der globale Durchschnitt liegt bei 43 Punkten, an letzter Stelle liegen Bürgerkriegsstaaten wie Somalia, Südsudan, Syrien und Jemen.

„Nächster Index wird Herausforderung für die Regierung“
Dass sich Österreich ausgerechnet im „Ibiza-Jahr“ 2019 vom 14. auf den zwölften Platz verbessern konnte, begründet Transparency-Österreich-Chefin Eva Geiblinger mit der Methodik der weltweiten Erhebung: „Die Turbulenzen der Innenpolitik im Jahr 2019 werden sich erst 2020 auf den Index auswirken, da der Befragungszeitraum bereits im Frühjahr 2019 abgeschlossen wurde. Der nächste Index wird eine Herausforderung für die neue Bundesregierung.“

Von Türkis-Grün erwartet Transparency daher die rasche Umsetzung der angekündigten Transparenzmaßnahmen - etwa die Abschaffung des Amtsgeheimnisses, ein Informationsfreiheitsgesetz und strengere Auflagen zur Parteienfinanzierung.

Weltweite Stagnation der Antikorruptionsbemühungen
Sorgen bereitet Transparency die internationale Stagnation der Antikorruptionsbemühungen. In mehr als zwei Drittel der Staaten sei eine stagnierende oder rückläufige Entwicklung zu beobachten. Verwiesen wird diesbezüglich etwa auf die USA, die mit 69 Punkten nur noch auf Rang 23 liegen. Gefordert werden daher die Regulierung von Lobbying, Maßnahmen gegen Interessenskonflikte von Amtsträgern und die Stärkung der Gewaltenteilung.

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