Trotz videoüberwachung

Tote in Justizanstalt erst nach Stunden entdeckt

Tragischer Selbstmord in der umstrittenen Justizanstalt Asten: Eine 50-Jährige erhängte sich in der Nacht auf Mittwoch in ihrem videoüberwachten Zimmer, wurde aber erst am Morgen von einer Pflegerin tot aufgefunden. Trotz Sicherheitsbedenken der Justizwache ist ein Zubau für weitere 100 psychisch kranke Straftäter in Asten geplant.

Großeinsatz von Polizei, Rettung und Notarzthubschrauber am Mittwochmorgen in der Justizanstalt Asten. Von der Pflegerin, die ihr um 7.10 Uhr die täglichen Medikamente bringen wollte, wurde eine 50-Jährige tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Sie hatte sich mit einem Kabel an Gitterstäben erhängt. Todeszeitpunkt: zwischen 24 und 2…Uhr. Bis zum Morgen fiel trotz Videoüberwachung niemanden die Tote auf

Sicherheitsmängel
Trotz der von der Justizwache aufgezeigten Sicherheitsmängel – auch für die Untergebrachten selbst, wie der jüngste Fall zeigt – ist eine Erweiterung der Anstalt für psychisch kranke Straftäter geplant. Ex-Justizminister Clemens Jabloner bestätigt das in einer parlamentarischen Anfrage-Beantwortung. Bemängelt wird bereits jetzt der eher lasche Umgang mit der Sicherheit. Kritisiert wird zum Beispiel das Fehlen einer eigenen „Sicherheitsabteilung“ für besonders auffällige oder gefährliche Insassen. Auch ist ein Einsatz der Justizwache direkt in den Wohngruppen im Konzept von Asten nicht vorgesehen.

Mehr Justizwache
Spezielle Hafträume für renitente Straftäter soll es auch in einem neuen Zubau nicht geben. Geplant sind sechs offen gestaltete Wohngruppen mit Einzel- und Doppelzimmern für weitere 100 Untergebrachte. Zumindest eine Aufstockung des Justizwachepersonals im Falle der Erweiterung ist zumindest beabsichtigt.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 01. April 2020
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