02.07.2010 09:59 |

Armer Superstar

Norah Jones verliert in St. Margarethen Duell gegen Gelsen

Norah Jones hat einem am Donnerstagabend im Römersteinbruch St. Margarethen richtig leidgetan. So sehr sich die Sängerin auch bemühte - gegen die unzähligen Gelsen hatte sie kaum eine Chance. Applaus gab es zwar nach jedem Lied, allerdings klatschten die Leute wohl auch so eifrig, um die lästigen Viecher zu vertreiben, die nach dem ersten Drittel den Steinbruch komplett für sich vereinnahmten und die Musik zur Nebensache verkommen ließen.

Eigentlich hätte man gedacht, dass die Gelsen beim Konzert in der Naturkulisse chancenlos wären, da das Steinbruch-erprobte Publikum schon beim Supportact Willy Mason, einem Singer-Songwriter aus den USA, ordentlich sprühte und schmierte, um ohne Dippel nach Hause fahren zu können. Doch die Stechmücken fühlten sich dadurch offensichtlich nur noch mehr angezogen und hielten pünktlich zum ersten Song "What am I to you" Einzug in der Opernfestspiel-Arena.

Performance gut - Publikum unaufmerksam
Mit einem bezaubernden "Dankie for Ihr Kommen, yes I did it" begrüßte die mehrfache Grammy-Gewinnerin die Konzertbesucher, bevor sie ihre aktuelle Single "Chasing Pirates" zum Besten gab. Danach ging es rapide bergab - nicht mit ihrer Performance oder ihrer wunderbaren Stimme, sondern mit der Aufmerksamkeit des Publikums. Zwar wurde stellenweise mitgeschunkelt und mitgeklatscht, aber so richtig kam die Stimmung unverdientermaßen nicht auf.

Bei der Interpretation von Johnny Cashs "Cry, Cry, Cry" schenkten die Fans der Soul- und Jazzsängerin wieder die volle Aufmerksamkeit, bis sich bereits nach der nächsten Nummer ("Sunrise") fast alles wieder nur um die Gelsen drehte. Als hätten die Stechmücken es geahnt, verzogen sie sich genau vor dem letzten Lied - "Come away with me". Kaum war das "Good night" gesprochen, sprangen zahlreiche Besucher auf und wollten schnellstmöglich aus der Gelsenhölle fliehen, die eingeforderte Zugabe hielt davon allerdings ab.

Konzert mit körperlichen Folgen
Als Jones und ihre Band "Creepin' in" als Akustikversion anstimmten, blieben die Musikbegeisterten gebannt vor der Bühne stehen, klatschen und sangen mit und tauten endlich richtig auf. Der Schlussakkord ertönte dann mit "Lonestar" und erlöste das Publikum von einem Konzertabend mit körperlichen Folgen.

von Kathrin Spaltl, APA

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